Verkaufs-Prozess
Tuis letzter Versuch mit Hapag-Lloyd

Heute beginnt das letzte große Poker um Hapag-Lloyd. Der Mutterkonzern Tui will seinen Anteil unbedingt verkaufen - und wartet auf Angebote. Spekulationen gibt es heute reichlich.
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DüsseldorfDer Tui-Aufsichtsrat ist heute Vormittag zusammengekommen, um über den Verkauf des verbliebenen Anteils an seiner ehemals hundertprozentigen Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd zu beraten.

Spekulationen in den Medien, das Gremium habe ein Angebot der Stadt Hamburg und des Logistik-Milliardärs Klaus-Michael Kühne zur Übernahme von 20 der bei Tui verbliebenen 38 Prozent von Hapag vorliegen, wies ein Tui-Sprecher heute  zurück. Es gebe derzeit überhaupt kein Angebot aus Hamburg.

Europas größter Reisekonzern hatte sich 2008 entschieden, sich von Hapag-Lloyd zu trennen. Als Käufer wurde das Konsortium Albert Ballin gewonnen, dem neben Hamburg und Kühne mehrere Banken und Versicherungen angehören.

Zu den Bedingungen des in zwei Schritten vollzogenen Verkaufs, nach dem Albert Ballin heute einen Anteil an der sechstgrößten Container-Schiffsreederei der Welt von 61,6 Prozent zeichnet, gehört ein Andienungsrecht der Tui. Der Hannoveraner Konzern kann Albert Ballin im nächsten Jahr seine restliche Beteiligung bis auf einen Anteil von fünf Prozent zum Verkauf andienen.

Der Preis soll von Gutachtern bestimmt werden. Schätzungen rechnen damit, dass Tui möglicherweise knapp eine Milliarde Euro erlösen könnte. Branchenkenner erwarten, dass lediglich die Stadt Hamburg und Kühne diese Mittel aufbringen könnten. Kühne ist im Konsortium Anteilseigner mit seinem Privatvermögen; der hinter ihm stehende Logistikkonzern Kühne & Nagel ist nicht involviert.

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