Verkaufsprozess eingeleitet
Harte Bedingungen für Alitalia-Käufer

Die Privatisierung der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia hat offiziell begonnen. Allerdings erhofft sich das Wirtschaftsministerium die Quadratur des Kreises. Der potenzielle Käufer muss nicht nur den Erhalt sämtlicher Stellen garantieren, sondern darf das Unternehmen auch nicht einfach weiterververkaufen. Zwei Kaufkandidaten signalisierten bereits ihre Ablehnung.

HB ROM. Im Internet veröffentlichte das Wirtschaftsministerium die Einladung, Gebote für mindestens 30,1 Prozent der Airline abzugeben. Damit wurde der Verkaufsprozess des 49,9-prozentigen Regierungsanteils eingeleitet. In den nächsten Tagen werde die Einladung auch in der nationalen und internationalen Presse veröffentlicht, hieß es.

Die Privatisierung der verschuldeten Fluglinie soll voraussichtlich in sechs Monaten abgeschlossen sein, hatte Wirtschaftsminister Tommaso Padoa-Schioppa kürzlich erklärt. „Die vergangenen Jahre waren nicht nur für die Gesellschaft ein Misserfolg, sondern auch für den Staat“, sagte er. An der Mailänder Börse stieg die Alitalia-Aktie am Morgen um 5,03 Prozent auf 1,03 Euro.

Dabei setzt das italienische Wirtschaftsministerium schwer erfüllbare Bedingungen für die Übernahme. So soll der Erwerber den Erhalt der 18 000 Alitalia-Stellen garantieren, wie aus den Ausschreibungsunterlagen auf der Webseite des Ministeriums hervorgeht. Wie angekündigt enthält das Dokument auch die Aufforderung, die nationale Identität der Marke Alitalia zu erhalten.

Mit dem Erwerb von 30,01% ist der mögliche Käufer nach italienischem Recht verpflichtet, den übrigen Anteilseignern ein Übernahmeangebot vorzulegen. Käufer von Alitalia müssen so lange in der Gesellschaft investiert bleiben, bis ein zuvor erarbeiteter Geschäftsplan erfüllt ist. Der Käufer soll auch nach dem Kriterium ausgewählt werden, ob sein Geschäftsplan als Erfolg versprechend angesehen werden kann.

Zur Gruppe der Interessenten gehört früheren Angaben zufolge der vom italienischen Industriellen Carlo De Benedetti geleitete Fonds Management & Capitali. Zudem wurden Roberto Colaninno, Kontrollanteilseigner der Piaggio & C. sowie die Fluglinie Air One genannt. De Benedetti und Colannino hatten allerdings die vorläufigen Bedingungen zum Erwerb von Alitalia abgelehnt.

Die nun veröffentlichte endgültige Ausschreibung ist gegenüber den vorläufigen Bedingungen jedoch nicht mehr verändert worden. Nach bisheriger Einschätzung möglicher Investoren muss mindestens die Hälfte der Belegschaft entlassen werden, damit Alitalia wieder Gewinne erwirtschaften kann. Dies hatte Dow Jones Newswires vor Weihnachten von einer in die Angelegenheit eingebundenen Person erfahren.

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