Verkaufsverhandlungen Verdi mischt sich bei Air Berlin ein

Um die Jobs der rund 8000 Beschäftigten von Air Berlin zu retten, will Verdi Verhandlungen mit den künftigen Käufern aufnehmen. Die Gewerkschaft fordert einen Sozialplan für die Mitarbeiter, die gehen müssen.
Update: 28.09.2017 - 15:48 Uhr Kommentieren
Für die Beschäftigten, die nicht übernommen werden, fordert Verdi einen Sozialplan und eine Transfergesellschaft. Quelle: Reuters
Air-Berlin-Mitarbeiter

Für die Beschäftigten, die nicht übernommen werden, fordert Verdi einen Sozialplan und eine Transfergesellschaft.

(Foto: Reuters)

BerlinVor dem Verkauf der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin will Verdi die Arbeitsplätze vertraglich sichern. Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag zwischen Air Berlin, dem jeweiligen Käufer und Verdi, um mindestens 80 Prozent der Arbeitsplätze zu retten. Vorstandsmitglied Christine Behle will darüber bei einem Treffen mit der Unternehmensführung an diesem Freitag beraten. Vorstandschef Thomas Winkelmann hatte am Montag versichert, es gebe gute Jobperspektiven für 80 Prozent der 8000 Beschäftigten.

Ein Aktionärsvertreter warf dem Unternehmen unterdessen einen Missbrauch des Insolvenzverfahrens vor. Der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Michael Kunert, sprach am Donnerstag von einem „politisch motivierten Missbrauch der Insolvenz in Eigenverwaltung“. Deren Ziel sei es eigentlich, ein Unternehmen als Ganzes zu erhalten und so einen Totalverlust für die Aktionäre zu vermeiden.

In diesem Fall sei es jedoch von vornherein darum gegangen, Air Berlin aufzuspalten, damit die Lufthansa ihre Interessen durchsetzen könne. „Die Aktionäre werden verschaukelt“, sagte Kunert der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Air Berlin verhandelt zurzeit exklusiv mit dem Marktführer Lufthansa und der britischen Fluggesellschaft Easyjet über den Verkauf ihrer Flotte. Lufthansa will den größeren Teil kaufen. Bis zum 12. Oktober soll das Geschäft perfekt sein.

Verdi forderte ein Rettungsprogramm für die Beschäftigten. Für diejenigen, die nicht zu den Käufern wechseln können, müsse es einen Sozialplan und eine Transfergesellschaft geben. Viele Beschäftigte seien dramatisch verunsichert, schon auf Jobsuche oder sähen sich von November an in der Arbeitslosigkeit.

  • dpa
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