Verkehr
Bahn schafft noch ein Rekordjahr

Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge Umsatz, Gewinn und Verkehrsleistung steigern können. Die Logistik-Sparte und vor allem die Güterbahn blieben wegen der Wirtschaftskrise zwar unter den Erwartungen. Regional- und Fernverkehr bauten dagegen ihre Gewinne deutlich aus.

BERLIN. Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge Umsatz, Gewinn und Verkehrsleistung steigern können. Wie das Handelsblatt aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, war die Entwicklung in den ersten drei Quartalen von 2008 derart positiv verlaufen, dass die durch die Wirtschaftskrise bedingten Rückgänge im letzten Quartal vollständig aufgefangen wurden. Der Konzern will am kommenden Montag in Berlin seine Zahlen präsentieren.

"Der Betriebsgewinn nach Zinsen betrug rund 1,74 Milliarden Euro", bestätigten mit den Zahlen Vertraute aus dem Umfeld der Bahn-Finanzabteilung am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Seit dem Jahr 2005 hat die Bahn damit ihr Ergebnis von Jahr zu Jahr verbessern können.

Den Angaben von Reuters zufolge lag der Betriebsgewinn mit rund 200 Millionen Euro über dem operativen Ergebnis von 2007, aber leicht unter den Planzahlen. Das Unternehmen erzielte zudem einen Umsatz von 33,5 Milliarden Euro und verfehlte damit das Ziel von gut 34 Milliarden Euro. Die Bahn wollte sich zu den Zahlen nicht äußern und verwies auf die Bilanzpressekonferenz am 30. März.

Die Logistik-Sparte und vor allem die Güterbahn blieben wegen der Wirtschaftskrise zwar unter den Erwartungen. Der Schienengüterverkehr macht aber nur etwa ein Zehntel des Konzernumsatzes aus. Regional- und Fernverkehr bauten dagegen ihre Gewinne deutlich aus, hieß es.

Insgesamt werde die Bahn für das Jahr 2008 sogar einen rechnerischen Bilanzgewinn von mehr als drei Milliarden Euro ausweisen: Dieser setzt sich zusammen aus dem Jahresüberschuss für 2008 von rund 1,5 Milliarden Euro sowie aus Gewinnen des Vorjahres von 1,6 Milliarden Euro. So summiere sich der Bilanzgewinn auf knapp 3,1 Milliarden Euro.

In den Kreisen hieß es, das Unternehmen habe den Gewinn von 2007 zu großen Teilen in das Jahr 2008 hinübergetragen, um sich für den ursprünglich geplanten Börsengang zu präsentieren.

Regierungsvertreter sagten, der Bund als Eigentümer werde auf eine komplette Ausschüttung des Gewinnes verzichten. Stattdessen soll die Bahn die Mittel für die Umsetzung der Bahn-Projekte in den Konjunkturpaketen I und II einsetzen.

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) bestehe allerdings darauf, dass eine halbe Milliarde Euro aus dem Bahn-Gewinn dem Bundeshaushalt zufließe. Bislang hat der Bund mit Blick auf den geplanten Börsengang stets auf eine Ausschüttung der Bahn-Gewinne verzichtet.

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