Verkehr
Eurotunnel macht der Bahn Konkurrenz

Eurotunnel, der Betreiber des Tunnels unter dem Ärmelkanal, will expandieren: Gemeinsam mit der französischen Staatsbahn bietet das Unternehmen für die Frachtsparte Veolia Cargo. Die französische Staatsbahn würde die ausländischen Aktivitäten von Veolia Cargo übernehmen - und so die Deutsche Bahn angreifen.

PARIS. Eurotunnel will nach seiner finanziellen Gesundung expandieren. Jacques Gounon, Chef des französisch-britischen Betreibers des Tunnels unter dem Ärmelkanal, kündigte an, dass sein Unternehmen gemeinsam mit der französischen Staatsbahn SNCF ein Angebot für Veolia Cargo abgeben wolle. Der Wasser- und Umweltdienstleister Veolia will sich im Zuge der Fokussierung auf das Kerngeschäft von seiner Frachtsparte Veolia Cargo trennen. Die Sparte machte 2008 einen Umsatz in Europa von 188 Mio. Euro und beschäftigt 1 260 Menschen. Auch die italienische Trenitalia hat bereits Interesse an der Sparte bekundet.

Eurotunnel zielt bei der Gemeinschaftsofferte mit der SNCF auf die französischen Aktivitäten von Veolia Cargo. Diese erwirtschafteten 2008 einen Umsatz von 50 Mio. Euro. Die französische Staatsbahn SNCF würde dem Plan zufolge dann die ausländischen Aktivitäten übernehmen, also auch das deutsche Cargo-Geschäft von Veolia. Damit würde die SNCF der Deutschen Bahn AG in ihrem Heimatmarkt Konkurrenz machen. Umgekehrt macht die Deutsche Bahn der SNCF in Frankreich im Frachtgeschäft bereits das Leben schwer und gewinnt Marktanteile. Das heimische Frachtgeschäft ist ein großer Schwachpunkt der SCNF.

Guonon versprach, den Zukauf mit Barmitteln zu bezahlen und nicht über Schulden. Die geplante Expansion soll also nicht die finanzielle Gesundung des Tunnelbetreibers gefährden. Gounon hatte in langen Verhandlungen mit den Gläubigern eine Schuldenrestrukturierung geschafft. Das machte es möglich, dass Eurotunnel für 2008 zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte eine Dividende gezahlt hatte.

Im ersten Halbjahr ist der Tunnelbetreiber aber wieder in die roten Zahlen gerutscht. Wegen eines Brand-Unfalls im September vergangenen Jahres war der Verkehr noch bis zum Frühjahr stark beeinträchtigt. Daher sank der Umsatz um 28 Prozent auf 302 Mio. Euro, das Ebit fiel um 68 Prozent auf 52 Mio. Euro. Nach Zinszahlungen für die Schulden blieb unter dem Strich ein Verlust von acht Mio. Euro (zuvor 26 Mio Euro Gewinn).

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