Verkehr
Sarrazin plädiert für Abwarten bei Bahn-Börsengang

Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) warnt vor einer baldigen Festlegung der Regierung zum Börsengang der Bahn. Das frühere Vorstandsmitglied des Verkehrs- und Logistikkonzerns plädiert zudem für einen IPO ohne das Schienennetz - weil das dem Bund mehr Geld in die Kasse spüle.

BERLIN. „Eine Entscheidung darüber, wann die Bahn an die Börse gehen soll, halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für völlig verfrüht.“ Sarrazin, der zwischen 2000 und 2001 dem Bahn-Vorstand angehörte, hält es für völlig unrealistisch, dass die Bahn 2008 einen Gewinn vor Steuern von 1,9 Mrd. Euro ausweisen will. "Mit Kosteneinsparungen allein ist das nicht zu erreichen", sagte Sarrazin dem Handelsblatt.

Den von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn favorisierten Börsengang des Gesamtkonzerns lehnt Sarrazin ab, das sei die ungünstigste Lösung, weil wegen des Kapitalbedarfs der Bahn nicht mehr als zwei Mrd. Euro für den Bundeshaushalt übrig blieben. Sarrazin: „Der Verkauf des Unternehmens ohne Netz bringt dagegen rund zwölf Mrd. Euro.“

Im Streit um die Immobilienbilanzierung der Deutschen Bahn teilt der Berliner Finanzsenator die Kritik des Bundesrechnungshofs. Die Rechnungsprüfer hatten der Bahn in einem Gutachten vorgeworfen, durch falsche Zuordnung der Immobilien zuviel Steuermittel vom Bund kassiert zu haben. „Wahrscheinlich sind der Netz AG durch diese Immobilienpraxis eine bis drei Mrd. Euro in den vergangenen Jahren entgangen“, sagte Sarrazin weiter. In diesem Umfang hätte die Netz AG Schulden begleichen oder der Bund Haushaltsmittel einsparen können.

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