Verkehr
Vorfahrt für Güterzüge bis ins Ruhrgebiet

Mehr Güter von der Straße auf die Schiene: Die Deutsche Bahn will rund 50 Millionen Tonnen Fracht zusätzlich zwischen den niederländischen Nordseehäfen und dem Ruhrgebiet mit dem Zug transportieren. Für machen ist das eine Horrorvorstellung.

DÜSSELDORF. Mehr Güter von der Straße auf die Schiene – innerhalb der nächsten Jahre will die Deutsche Bahn rund 50 Millionen Tonnen Fracht zusätzlich zwischen den niederländischen Nordseehäfen und dem Ruhrgebiet vom LKW auf den Zug holen. Die in Holland letztes Jahr fertiggestellte, 160 Kilometer lange Güterzugstrecke Betuwe-Route vom Rotterdamer Hafen bis zur deutsch-niederländischen Grenze bei Emmerich schafft nicht nur neue Kapazität, sondern verkürzt auch die Transportzeit um ein Drittel auf rund drei Stunden.

Für den Oberhausener Manfred Flore ist das ein Schreckensszenario: Schon in wenigen Jahren werde durch seine Heimatstadt durchschnittlich alle sechs Minuten auf der Betuwe-Anschlussstrecke Emmerich-Oberhausen ein Zug rattern. Flore ist Sprecher der Bürgerinitiative „Betuwe – so nicht“. Die Anwohner beiderseits der Gleise fordern massiven Lärmschutz, wieder einmal stoßen lokale Interessen und ein Verkehrsprojekt europäischer Dimension aufeinander. Nächsten Mittwoch gibt es im Bürgersaal „Lito-Palast“ in Oberhausen-Sterkrade eine Anhörung, Land, die Kommunen und die Bahn sind mit dabei.

Bisher ist das Verkehrsaufkommen auf der Strecke nur bescheiden gewachsen. Railion, die Gütersparte der Deutschen Bahn, fährt seit Ende letzten Jahres etwa zehn zusätzliche Güterzüge pro Tag, plant aber den sukzessiven Ausbau in großem Stil auf bis zu 150 Züge pro Woche.

Das wachsende Verkehrsaufkommen will die Bahn zunächst durch eine „Blockverdichtung“ auffangen. Zwischen Emmerich und Oberhausen soll die Streckenkapazität dank moderner Signalausrüstung erhöht werden, es können also mehr Züge fahren. Im nächsten Jahrzehnt soll ein drittes Gleis gebaut werden, das dann ausschließlich für Güterzüge gedacht ist. Über eine Milliarde Euro wird der Anschluss an die Betuwe-Route kosten. In den Investitionen inbegriffen: die Beseitigung von 40 bis 50 Bahnübergängen und erhebliche Investitionen in den Lärmschutz: Schallschutzwände sowie das regelmäßige Schleifen der Gleise, was die Abrollgeräusche der Züge reduziert.

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