Verleger machen keine Preiszugeständnisse – Bedeutung der Warenhäuser für die Branche nimmt ab
Karstadt beißt bei Verlagen auf Granit

Der angeschlagene Warenhauskonzern Karstadt-Quelle hat mit seiner Forderung nach einem Sonderrabatt bei den Buchverlagen keinen Erfolg. Die von der schwachen Konjunktur gebeutelte Branche ist nicht bereit, für die Rettung des Essener Unternehmens einen „Solidaritätszuschlag“ zu leisten, wie das Handelsblatt in der Branche erfuhr.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Random House, Deutschlands größter Buchkonzern (Heyne, Goldmann, Blessing, Blanvalet), will keine Preiszugeständnisse machen, hieß es in Unternehmenskreisen. Und auch die Verlagsgruppe Lübbe lässt Karstadt-Quelle abblitzen. Schließlich sei man hier bereits an der „Rabattgrenze“, sagte Karlheinz Jungbeck, Sprecher der Geschäftsführung .

Ursprünglich hatte Karstadt von den Verlagen einen „Solidaritätsbeitrag“ von drei Prozent auf den Gesamtumsatz gefordert – über einen Zeitraum von drei Jahren. Dies geschah in Zeiten des glücklosen Karstadt-Quelle-Vorstandschefs Christoph Achenbach, der nach nicht einmal zehn Monaten im Amt seinen Stuhl räumen musste. Sein Nachfolger Thomas Middelhoff, früherer Chef des Medienkonzerns Bertelsmann, übernahm die Forderung.

Die großen Verlagsgruppen bieten dem Handelsriesen statt der Rabatte an, anderweitig mitzuhelfen: „Eine Lösungsmöglichkeit, um das Kaufhaus für den Leser wieder attraktiver zu machen, ist eine besseren Platzierung der Bücher und ein häufigerer Wechsel der Präsentation“, sagte Jörg Pfuhl, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Random House dem Handelsblatt. „Wir sind bereit, einen Beitrag zu einem besseren Auftritt unserer Bücher in den Karstadt-Häusern zu leisten.“ Das Tochterunternehmen des Medienriesen Bertelsmann sucht laut Pfuhl nach „konstruktiven Möglichkeiten, um den Verkauf von Büchern in Warenhäusern zu verbessern.“ Random House stelle in Gesprächen mit Karstadt eine große Bereitschaft zur Veränderung fest, sagt er.

Bei Karstadt heißt es auf Anfrage, man wolle die Literaturwerke künftig stärker frontal präsentieren und damit die Verkaufsoptik verbessern. Außerdem seien vermehrt Verkaufsaktionen zu saisonalen Anlässen geplant.

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