Verlust fast verdoppelt
Malaysia Airlines leidet am Katastrophen-Ruf

Die zwei schweren Unglücke haben der Bilanz von Malaysia Airlines heftig zugesetzt. Im zweiten Quartal haben sich die Verluste fast verdoppelt. Es könnte noch weiter abwärts gehen, da die Buchungen einbrechen.
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Kuala LumpurDie Malaysia Airlines hat nach den zwei schweren Unglücken ihre Verluste im zweiten Quartal fast verdoppelt. Von April bis Juni machte die bald staatliche Airline ein Minus von knapp 306 Millionen Ringgit (73 Millionen Euro), wie sie am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte sich der Verlust auf 175 Millionen Ringgit belaufen.

Im März war eine Maschine der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden; noch immer fehlt jede Spur. Am 17. Juli wurde dann ein weiteres Passagierflugzeug der Airline auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ukraine abgeschossen; alle 298 Menschen an Bord wurden getötet. Die Buchungen bei der Fluggesellschaft gingen in der Folge drastisch zurück.

Malaysia Airlines warnte am Donnerstag, der Verlust werde sich wahrscheinlich noch erhöhen. Das Verschwinden der MH370 habe zu einem Rückgang der Buchungen um knapp sieben Prozent geführt. Nach dem Abschuss der MH17 über der Ukraine seien die Buchungen dann um 33 Prozent zurückgegangen; viele Passagiere hätten ihre Buchung zudem storniert. Die finanziellen Folgen würden erst im zweiten Halbjahr durchschlagen.

Die Airline macht täglich ein bis zwei Millionen Dollar (1,5 Millionen Euro) Verlust. Anfang August kündigte der staatliche Fonds Khazanah Nasional daher an, er werde alle Anteile übernehmen und das Unternehmen komplett umbauen.

Malaysia Airlines schrieb schon vor den beiden schweren Unglücken Verluste. Gründe sind die hohen Personalkosten und die aggressive Konkurrenz in Asien. Analysten zufolge muss der Staatsfonds die Führung austauschen, Stellen und einige Flugziele streichen.

Die australische Regierung geht inzwischen davon aus, dass die im März verschollene Maschine womöglich eher von ihrem Kurs abkam als bisher gedacht. Dies ergebe sich aus der nochmaligen Auswertung von Satellitendaten, sagte Vize-Regierungschef Warren Truss am Donnerstag. Die Suche nach Spuren von Flug MH370 werde sich deshalb innerhalb der bereits festgelegten Zone auf ein Gebiet "ein bisschen weiter südlich" als bisher konzentrieren.

Australien leitet die Suche nach dem Flugzeug. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge verließ die Maschine aus unbekannten Gründen mitten im Flug ihre geplante Route und drehte erst nach Westen und dann Richtung Süden ab.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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