Verluste in Millionenhöhe
Deutsche Bahn stellt Autozüge ein

Die Autozüge der Deutschen Bahn rollen aus: Das Unternehmen hat beschlossen, das defizitäre „Nischengeschäft“ schrittweise einzustellen. Außerdem stehen mehrere Nachtzüge auf dem Prüfstand.
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Berlin Die Deutsche Bahn (DB) stellt ihre Autozüge und mehrere Nachtzugverbindungen ein. Das „Nischengeschäft“ sei seit Jahren defizitär, den Betriebskosten stünden geringe Einnahmen und jährliche Verluste in zweistelliger Millionenhöhe gegenüber, teilte die Bahn am Freitag mit und bestätigte damit einen Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ (Samstagsausgabe). Die Autozüge werden demnach schrittweise – gemäß der Nachfrage – bis 2017 eingestellt.

Die Nachtzüge will die Bahn grundsätzlich langfristig erhalten. „Hier stellen wir uns ab 2016 neu auf“, sagte ein Unternehmenssprecher AFP. Ein Konzept wird nach Unternehmensangaben derzeit erarbeitet.

„Das klassische Autozug-Geschäft lässt sich nicht mehr refinanzieren“, sagte der Sprecher. Die Bahn sei europaweit einer der letzten Anbieter. Im vergangenen Jahr hätten nur 200.000 Bahnkunden den Autozug genutzt - von 131 Millionen Fernverkehrskunden insgesamt. Die Bahn prüft derzeit auf den Strecken Berlin-München und Düsseldorf-München ein Modell, bei dem der Kunde mit dem Zug fährt und das Auto per Lkw transportiert wird.

Beim Nachtzug streicht die Bahn ab dem Fahrplanwechsel im Dezember die Verbindungen von Amsterdam, Basel und Prag nach Kopenhagen sowie von Hamburg, Berlin und München nach Paris. Gekürzt wird die Linie von Warschau und Prag nach Amsterdam – sie endet nun schon in Köln. Die frei werdenden Wagen erhöhten die Verfügbarkeit auf den übrigen Verbindungen, erklärte das Unternehmen. Den Nachtzug nutzten demnach im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Kunden. Verbindungen gibt es etwa von München nach Mailand, Rom oder Venedig, oder von Hamburg und Amsterdam nach Zürich.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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