Verpackungsindustrie
Der Grüne Punkt wird überflüssig

Eines der bekanntesten Markenzeichen der deutschen Konsumgüterbranche verliert seine Bedeutung: Der "Grüne Punkt", der seit 1991 Verkaufsverpackungen den Entsorgungsweg über die Gelbe Tonne zuweist, wird zum Jahreswechsel überflüssig. Damit reagiert die Verpackungsindustrie auf ein neues Gesetz.

DÜSSELDORF. Konsumgüterhersteller können den Grünen Punkt künftig freiwillig erwerben - selbst dann, wenn sie gar nicht Kunde des Markeninhabers Duales System Deutschland (DSD) sind. Darauf hat sich das DSD am Montag mit dem Bundeskartellamt geeinigt.

In der Branche war dieser Schritt erwartet worden. Schon Ende Februar hatte der Gesetzgeber verfügt, dass sämtliche Verkaufsverpackungen ab 2009 bei einem dualen Entsorgungssystem zu lizenzieren sind. Weil er damit die in Eigenregie betriebene Entsorgung verbietet, erübrigt sich die Unterscheidung von Verpackungen mit und ohne Grünen Punkt.

Das bekannte Umweltzeichen hatte zuletzt ohnehin Verwirrung gestiftet, denn der Grüne Punkt wird ebenfalls von sieben Wettbewerbern genutzt, die seit 2004 neben dem DSD entstanden sind. Auch sie garantieren den Kunden aus der Konsumgüterindustrie gegen Gebühr die gesetzlich vorgeschriebene Entsorgung der Verpackungen - wobei Firmen wie Interseroh und Remondis-Ekopunkt die gelben Tonnen einfach mitbenutzen. Ihren Kostenvorteil generieren die DSD-Konkurrenten aus der rentableren Verwertung der eingesammelten Verpackungsabfälle. Entsprechend günstiger können sie der Industrie Entsorgungsverträge anbieten.

Bislang aber plagte sie ein Handicap: Den Grünen Punkt durften ihre Industriekunden nur dann auf die Verpackungen drucken, wenn sie mindestens 15 Prozent der Verpackungen über den Markeninhaber DSD entsorgen ließen.

Ab Januar können sie darauf verzichten - fällig wird dann nur noch eine Gebühr für die Zeichennutzung ans DSD. Ob den Grünen Punkt überhaupt noch jemand will, ist fraglich. Wettbewerber wie Interseroh besitzen längst eigene Logos.

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