Verpackungskonzern
Mayr-Melnhof steigt im asiatischen Markt ein

Trotz wachsendem Gewinns ist die österreichische Kartonfirma unzufrieden. Europäische Kunden halten sich mit Großeinkäufen zurück. Deshalb will Mayr-Melnhof in den chinesischen Markt investieren.
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WienDie Wirtschaftskrise im Heimatmarkt Europa macht den Karton- und Verpackungskonzern Mayr-Melnhof vorsichtig. Viele Kunden würden sich wegen der unsicheren Aussichten mit längerfristigen Bestellungen für Karton oder Verpackungen – etwa für Waschmittel, Tiefkühlpizza oder Hamburger – zurückhalten, sagte Firmenchef Wilhelm Hörmanseder am Mittwoch. Das Unternehmen bekomme das über einen verstärkten Preiskampf zu spüren, weil viele Konkurrenten ihre Produkte angesichts der Überkapazitäten billiger verkaufen. „Unsere Kunden werden sich vorsichtig verhalten und unsere Wettbewerber werden wie wir versuchen, im intensiven Preiswettbewerb zu bestehen“, sagte Hörmanseder.

Trotz des Preiskampfs konnte Mayr-Melnhof im zweiten Quartal den Gewinn dank sinkender Kosten und geringerer Steuern um ein Fünftel auf 27,7 Millionen Euro steigern und schnitt damit etwas besser ab, als von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 485 Millionen Euro.

Für das laufende dritte Quartal erwartet Mayr-Melnhof ein Ergebnis auf dem Niveau des zweiten Quartals. Den von vielen erwarteten Silberstreif am Horizont sehe das Unternehmen noch nicht, sagte Hörmanseder. „Es bleibt stark bewölkt – was uns überhaupt nicht verzagt, weil wir wetterfest sind.“ Aufgrund seiner Größe könne der Konzern besser als viele Wettbewerber bestehen – etwa über einen günstigeren Einkauf und effizientere Abläufe. Mayr-Melhof macht 86 Prozent seines Geschäfts in Europa – die restlichen 14 Prozent entfallen vor allem auf Lateinamerika und Asien.

Um das Wachstum außerhalb Europas weiter voranzutreiben, will Mayr-Melnhof 65 Prozent am vietnamesischen Faltschachtelhersteller Vidon kaufen. Innerhalb des kommenden Jahres sei eine weitere Übernahme in der Region möglich, sagte Hörmanseder – in einigen Jahren mit entsprechender Finanzkraft auch der Eintritt in den chinesischen Markt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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