Verquickung mit Bayern München: Adidas-Chef Hainer hält zu Hoeneß

Verquickung mit Bayern München
Adidas-Chef Hainer hält zu Hoeneß

Heute treffen sich die Adidas-Aktionäre zur Hauptversammlung. Für Gesprächsstoff sorgt die Beteiligung am FC Bayern. Adidas-Chef Hainer verteidigt das Votum zu Gunsten von Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

DüsseldorfAdidas ist verwöhnt. Im Bieterkampf um einen prestigeträchtigen Ausrüstungsvertrag für das Traditionsteam Arsenal London stieg der Sportartikelhersteller noch nicht einmal voll ein – obwohl er zunächst als Favorit gehandelt wurde. Für angeblich 170 Millionen Pfund in den kommenden fünf Jahren erhält der Erzrivale Puma den Zuschlag. Adidas sah Medienberichten zufolge keinen Anlass, dem etwas entgegenzusetzen. Denn die eigenen drei Streifen prangen bereits auf den Trikots von europäischen Erfolgsclubs wie Chelsea, Real Madrid, AC Mailand – und dem Champions-League-Finalisten Bayern München.

Vor allem die Verquickung mit dem deutschen Rekordmeister sorgt derzeit für Schlagzeilen. Auf der heutigen Hauptversammlung in Fürth sieht sich der Konzern mit Fragen rund um den 9,1-prozentigen Anteil an der FC Bayern München AG konfrontiert. Denn Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe Selbstanzeige erstattet. Den Bayern-Aufsichtsrat, in dem Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer Mitglied ist, hatte dies jedoch nicht zu einer Absetzung Hoeneß‘ bewogen. Obwohl der Fußballmanager seinen Rücktritt sogar selbst angeboten hatte, stimmte der gesamte Aufsichtsrat dagegen.

Die Causa Bayern hatte laut einem Spiegel-Bericht aber auch im Adidas-Aufsichtsrat für Aufregung gesorgt. Das Bayern-Votum über Hoeneß hat unter anderem Manuel René Theisen, Wirtschaftsprofessor und Experte für Regeln der guten Unternehmensführung, im Interview mit Handelsblatt Online scharf kritisiert.

Ein Aktionärsvertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger sorgte sich ebenfalls um den Vorgang. Im eigenen Verhaltenskodex verlange Adidas das Einhalten von Gesetzen und Regeln durch seine Mitarbeiter. „Sollten die Regeln nicht auch für andere Firmen wie den FC Bayern München gelten?", so SdK-Vertreter Gerhard Jäger. „Adidas müsste daran gelegen sein, dass sich Herr Hoeneß von seinen Ämtern zurückzieht.“ Der Reputationsschaden für Adidas könne bedenklich werden.

„Ich glaube, wir würden alle gut daran tun, Uli Hoeneß nicht vorzuverurteilen“, antwortete Hainer. Die nächsten Wochen seien für den FC Bayern München äußerst wichtig mit Champions-League- und Pokalfinale. Der Aufsichtsrat werde sich dann wieder mit der Frage befassen, wenn neue Fakten vorlägen.

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Höhere Dividende für Aktionäre

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