Versand hat Abwärtstrend gebrochen
Otto strotzt vor Optimismus

Bei Otto brummt das Geschäft: Der größte Versandhändler der Welt erwartet im laufenden Jahr ein Umsatzplus von vier Prozent und einen höheren Gewinn. Auch in Deutschland wurde dabei die Wende geschafft. An Neckermann hat man aber kein Interesse, dafür soll mehr Öko in den Katalog.

HB HAMBURG. Dank eigener Anstrengungen und des boomenden Online-Handels sei im laufenden Geschäftsjahr (28. Februar) mit einem leichten Umsatzplus zu rechnen, teilte Otto im Zusammenhang mit einer Katalogpräsentation am Donnerstag in Hamburg mit. Im vergangenen Jahr hatte der Versandhandel 7,7 Prozent Umsatz verloren und war auf knapp 1,9 Mrd. Euro gekommen. Ein Unsicherheitsfaktor für die Prognose sei der Verlauf der Monate Januar und Februar, da die Folgen der Mehrwertsteuer-Erhöhung nicht kalkulierbar seien, hieß es. Der Otto Versand ist die Keimzelle des wesentlich größeren Handels- und Dienstleistungskonzerns Otto Group.

Insgesamt habe der Distanzhandel eine große Zukunft vor sich, sagte Otto-Vorstand Rainer Hillebrand. Die Branche mit einem Jahresumsatz von 26,3 Mrd. Euro in Deutschland erlebe einen extremen Zuwachs durch das Internet, Teleshopping und die Spezialisierung des Versandhandels. Nach Studien werde sich der Anteil des Distanzhandels am gesamten Einzelhandel innerhalb der nächsten zehn Jahre von gegenwärtig fünf bis sechs Prozent auf 13 Prozent verdoppeln. Otto setze auf die Vernetzung von Katalog, Online-Auftritt und stationärem Handel und werde weiterhin den Takt im deutschen Versandhandel angeben.

Die Otto-Topmanager Rainer Hillebrand (Vertrieb) und Hans-Otto Schrader (Einkauf) äußerten sich nicht zu Spekulationen, wonach einer von ihnen auf Konzernchef Michael Otto folgen soll, der im kommenden Jahr ausscheiden wird.

Neues Titelmodell ist Tatjana Patitz

Der neue Hauptkatalog des Versandhändlers steht unter dem Motto „Saison des guten Gefühls“ und thematisiert speziell die Nachhaltigkeit und Umwelt- und Sozialverträglichkeit der angebotenen Produkte.

Hillebrand und Schrader stellten in Hamburg das frühere Topmodel Tatjana Patitz vor, die das Cover des neuen Otto-Kataloges schmückt. Otto stellt den Katalog und das Jahr 2007 unter das Motto der Nachhaltigkeit und setzt stark auf schadstofffreie Textilien und Energie sparende Elektrogeräte. Nach Einschätzung von Otto geht es bei ökologisch schonend angebauten und hergestellten Stoffen und Produkten nicht mehr um eine Nische, sondern um eine breite gesellschaftliche Bewegung.

Schrader kündige außerdem den Ausbau von Otto-Ladengeschäften unter der Marke Lascana an. Nach Testläden in Hamburg und Baden-Baden plant der Konzern bundesweit 200 Läden. Otto steigt schon seit Jahren immer stärker neben dem Versandhandel in den stationären Einzelhandel ein, etwa mit Läden von Zara und Sport-Scheck. Schrader bekräftigte, Otto sei an einer Übernahme des zum Verkauf stehenden Konkurrenten Neckermann nicht interessiert.

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