Versandhändler sucht nach einem neuen Partner
Heftiger Streit entzweit Obi und Otto

Das Gemeinschaftsunternehmen Obi@Otto, in dem der Baumarktführer Obi und der Hamburger Versandhausriese Otto seit fünf Jahren zusammenarbeiten, steht auf der Kippe. Zwischen der zur Tengelmann-Gruppe gehörenden Baumarktkette und dem Hamburger Versender soll ein heftiger Streit entbrannt sein. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, sind sich Obi-Vorstandschef Sergio Giroldi und der Otto-Konzern über die strategische Ausrichtung und künftige Weiterentwicklung des Joint Ventures ins Gehege gekommen.

cs/lip HAMBURG. Bislang übernimmt Otto für Europas größte Baumarktkette den kompletten Internetauftritt. Zudem erstellen die Hamburger für Obi zweimal pro Jahr einen Katalog und übernehmen über ihr Tochterunternehmen Hermes die Zustellung der Ware. Mehr als 12 000 Artikel aus dem Obi-Sortiment, das Warengruppen rund um Wohnen, Bauen und den Garten abdeckt, sind für Do-it-Yourself-Kunden auf diese Weise verfügbar. Offiziell lobten beide beteiligte Unternehmen obi@otto stets als großen Erfolg, Baumarktexperten äußern daran aber Zweifel.

Auslöser für den aktuellen Streit sollen dem Vernehmen nach übertriebene Umsatzforderungen des Obi-Konzerns sein. Zudem ist von „heftigen atmosphärischen Störungen“ zwischen Obi-Vorstandschef Giroldi und Otto-Finanzchef Jürgen Schulte Laggenbeck die Rede. Besonders pikant: Bis zu seinem Wechsel zu Otto vor einem halben Jahr hatte der ausgewiesene Finanz- und IT-Experte Schulte Laggenbeck selbst im Obi-Vorstand gearbeitet. Branchenkenner halten es für denkbar, dass es bereits bei Laggenbecks Abgang zu persönlichen Differenzen gekommen ist. Verwunderlich wäre dies nicht. Seit vergangenem Februar krempelt der ehrgeizige Italiener Giroldi das Führungsgremium in Wermelskirchen massiv um – und geht dabei selten rücksichtsvoll zur Sache.

Die Hamburger jedenfalls suchen inzwischen offenbar nach einem neuen Partner für das Baumarktgeschäft. „Otto führt bereits mit anderen Baumarktketten Gespräche“, heißt es in Branchenkreisen.

Ein Otto-Sprecher wollte sich zu den angeblichen Querelen nicht äußern. Auch eine Sprecherin von Obi lehnte einen Kommentar dazu ab.

Obi betreibt in Deutschland mehr als 338 Filialen. Das Unternehmen erzielt mit mehr als 30 000 Mitarbeitern weltweit einen Jahresumsatz von mehr als sechs Mrd. Euro. Otto gehört mit mehr als 50 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als 14 Mrd. Euro zu den weltweit führenden Versandhauskonzernen.

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