Versandhändler
Takkt brechen die Geschäfte weg

Nach jahrelangem Aufschwung stellt sich der Versandhändler Takkt wegen der weltweiten Wirtschaftskrise auf einen Geschäftseinbruch ein. „Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass der organische Umsatz in diesem Jahr um mehr als 20 Prozent sinkt“, sagte der im Mai nach zehn Jahren an der Spitze scheidende Vorstandschef Georg Gayer.

HB STUTTGART. Mit dem Versand von Büromöbeln und Betriebsaustattungen werde Takkt im laufenden Jahr zwar „definitiv“ einen Nachsteuergewinn machen. Die operative Gewinnmarge werde jedoch auf unter zehn Prozent fallen - so tief wie noch nie seit dem Börsengang 1999.

Der Einbruch der Geschäfte „sei nicht nur in seiner Heftigkeit, sondern auch in der gleichmäßigen weltweiten Verbreitung in der Takkt-Geschichte einzigartig“, hieß es. Die 1945 gegründete Takkt AG verschickt mehr als 145 000 Produkte - von der Sackkarre bis zum Designerstuhl - an drei Mio. Firmenkunden in 25 Ländern.

Die Bestellungen sind seit dem vierten Quartal rückläufig, eine Besserung ist derzeit nicht in Sicht. Der seit 1985 zur Haniel-Gruppe gehörende Konzern mit knapp 2000 Mitarbeitern sei mit einer Eigenkapitalquote von mehr als 60 Prozent aber solide finanziert und mit freien Kreditlinien „nicht auf das Wohl und Wehe“ der Banken und Finanzmärkte angewiesen. Kleineren Konkurrenten, die sparen müssten, werde Takkt Marktanteile abnehmen können, sagte Gayer. Gleichwohl tritt auch Takkt auf die Kostenbremse und hat der Hälfte der rund 700 Mitarbeiter in Deutschland Kurzarbeit verordnet. An den Standorten im Ausland würden Mitarbeiter wegen der Nachfrageschwäche in unbezahlten Urlaub oder ganz nach Hause geschickt.

Im zurückliegenden Jahr kam Takkt - aufgrund der gut verlaufenen ersten drei Quartale - noch mit einem blauen Auge davon und will erneut eine Dividende von 80 Cent je Aktie zahlen. Der Umsatz sank, bereinigt um der Verkauf einer margenschwachen Tochter in den USA, um 0,7 Prozent auf 932 Mio. Euro. Die operative Rendite (Ebitda) stieg um 0,2 Prozentpunkte auf den langjährigen Höchststand von 14,6 Prozent.

An der Börse gaben die im Kleinstwerte-Index SDax notierten Takkt-Aktien bei behauptetem Gesamtmarkt um 4,4 Prozent auf 6,26 Euro nach.

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