Handel + Konsumgüter
Versandhändler wollen keine Rabattschlachten

Da der Handel langfristig unter Rabattschlachten leide, wollen sich die Versandhändler an Rabattschlachten nicht beteiligen und nicht dazu beitragen, sich selbst das Geschäft zu verderben.

HB FRANKFURT/M. Dies kritisierte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (bvh), Rolf Schäfer, am Montag in Frankfurt. „Sie fördern mit ihrer Rotstiftmentalität die Verunsicherung der Konsumenten und damit die Kaufzurückhaltung.“

Die Versandhändler setzten auch weiterhin auf reelle Preise ohne Nachlässe. Sonderpreise stellt die Branche als Einzelfälle - beispielsweise zur Lagerräumung - dar. Für 2004 rechnet sie mit einem Umsatzplus von 1,1 Prozent.

Im vergangenen Jahr hat auch der Versandhandel unter der schwachen Konsumneigung gelitten. Insgesamt verschickte die Branche Waren im Wert von 21 Milliarden Euro, 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die sieben großen Versandhäuser - unter ihnen Neckermann, Otto und Quelle - mussten sogar einen Umsatzrückgang von fünf Prozent hinnehmen. Da sie fast die Hälfte ihrer Umsätze mit Bekleidung machen, verdarb ihnen die Hitzewelle im Sommer das Geschäft. „Die traditionell umsatzstärksten ersten Wochen nach Erscheinen eines Kataloges fielen quasi wegen Hitze aus“, sagte Schäfer.

Spezialanbieter, die nur etwa ein Drittel mit Textilien umsetzen, konnten dagegen 2003 weiter zulegen. Ihre Umsätze stiegen um 3,9 Prozent. Die Rabattaktionen im Facheinzelhandel hätten dazu geführt, dass Spezialversender mit Kompetenz und Service punkten konnten. Zudem konzentriere sich ihr Angebot auf den Freizeitbereich. „Dafür sitzt das Geld nach wie vor etwas lockerer als für Anschaffungen des täglichen Bedarfs“, erklärte Schäfer. Nach Verbandsangaben kaufen in Deutschland inzwischen rund 27 Millionen Kunden per Katalog, über das Internet oder Fernsehen.

Das Bestellen im Internet wird immer beliebter. 2003 nahm der Internetumsatz um 34 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zu. Inzwischen hat er einen Anteil von 17 Prozent am gesamten Versandhandel. Neben dem Einkauf per Mausklick nimmt auch der Einkauf vom Fernsehsessel aus stark zu. 2003 wurden Waren für knapp 800 Millionen auf diesem Weg bestellt. „Die Wachstumsraten sind enorm und erinnern an die ersten Jahre des Internet“, sagte Schäfer. Bis 2010 könne sich der Umsatz verdoppeln. In Zukunft würden möglicherweise neuere Bestellwege wie T-Commerce über den Rückkanal im Fernsehempfang oder M-Commerce über Handys das Wachstum steigern.

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