Versandhandel
Internet überholt den Katalog

Deutsche Kunden haben 2008 erstmals mehr Waren über das Internet bestellt, als über Kataloge. Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft stimmt das die Branche optimistisch. Doch den generellen Bedeutungsverlust der Kataloge kann auch das Internet nicht ausgleichen.

DÜSSELDORF. Deutschlands Verbraucher werden 2008 erstmals mehr Waren über das Internet bestellen als über den Versandkatalog. Das berichtet der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH), der sich auf Mitgliederbefragungen sowie Studien von TNS Infratest und Allensbach beruft.

Demnach werden dieses Jahr 51 Prozent der privaten Warenbestellungen über das Web abgewickelt - nach 48 Prozent im Jahr zuvor. Der Rest entfällt auf Kataloge. "Die Verbraucherstudien belegen unabhängig voneinander die anhaltenden Aufwärtstendenzen im Internet", sagte Verbandsexperte Thomas Lipke, im Hauptberuf geschäftsführender Gesellschafter des Outdoor-Ausrüsters und Versenders Globetrotter.

Auch umsatzmäßig holen die Online-Kaufhäuser kräftig auf. 13,4 Mrd. Euro und damit 23 Prozent mehr als im Vorjahr werden die Internetshops 2008 erlösen, erwartet der BVH. Dies entspräche 3,3 Prozent des gesamten deutschen Einzelhandels. Entsprechend gelöst ist die Stimmung in der Branche. Trotz Finanzkrise und drohender Rezession schätzen 59 Prozent der Onlinehändler die Geschäftslage vor Weihnachten als "gut" ein, nur vier Prozent bewerten sie dagegen als "schlecht".

Den Bedeutungsverlust der Kataloge aber kann der Onlineboom kaum ausgleichen. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres nämlich entwickelte sich der Versandhandel (Katalog plus Internet) ebenso mäßig wie der restliche Einzelhandel. Legten die Ladengeschäfte laut Statistischem Bundesamt bis September nominal um 2,4 Prozent zu, mussten sich Deutschlands Versender mit 2,3 Prozent begnügen. Große Versandhäuser wie Quelle, Otto oder Neckermann, heißt es in der Branche, lagen sogar noch weit darunter. Angesichts der aktuellen Preissteigerungen, glaubt der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels, werde zum Jahresende branchenweit real kaum mehr als ein Minus von einem Prozent herauskommen.

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