Versandhandel
Karstadt wendet sich nächster Baustelle zu

Das Geschäft mit den Karstadt-Warenhäusern hat Konzerchef Thomas Middelhof schon angepackt. Am Ende gab es 74 Filialen weniger. Nun ist der verlustbringende Versandhandel dran, genauer Neckermann. Es kursieren die wildesten Spekulationen.

HB FRANKFURT. Konzernchef Thomas Middelhoff will an diesem Dienstag in Frankfurt das neue Konzept und einen neuen Namen für den Neckermann Versand vorstellen. Um auch im Versandhandel aus den roten Zahlen zu kommen, sollen der Internetvertrieb ausgebaut und eine jüngere Kundschaft angesprochen werden, so viel ist schon bekannt. Auch der Gang in ausländische Märkte ist beschlossene Sache. Das Sortiment wird ausgemistet und gestrafft.

Berichte, denen zufolge Neckermann zu einem reinen Internet-Portal werden soll, wies ein Konzernsprecher jedoch zurück. „Neckermann bleibt ein Versandhandelshaus sowohl mit E-commerce als auch mit Katalog“, betonte der Sprecher am Montag.

Konzernchef Middelhoff hatte Ende Oktober ein „klares Bekenntnis zum Versandhandel“ abgelegt, gleichwohl die Sparte das Unternehmen schwer belastete: „Ich bin fest überzeugt, dass dieses Geschäft wieder attraktive Renditen bringen wird.“ Große Chancen sieht Middelhoff vor allem im Online-Geschäft. Schon jetzt verzeichne man Wachstumsraten um 20 Prozent. „Quelle und Neckermann zusammen sind hinter Ebay der zweitgrößte E-Commerce-Händler in Deutschland.“

Allerdings müsse es auch Veränderungen geben. „Unser Problem ist der Universalversand in Deutschland.“ Den Leuten zwei Mal im Jahr einen dicken Katalog ins Haus zu liefern und zu erwarten, dass sie fleißig bestellten, das funktioniere nicht mehr. Das Konsumentenverhalten habe sich grundsätzlich verändert. Dem trägt der Konzern allerdings schon heute Rechnung, indem er dutzende Spezialkataloge mehrmals im Jahr auflegt.

Die Neuordnung scheint sich bereits in einer Personalie niederzuschlagen. Der Kommunikationschef der Versandhandelssparte, Erich R. Jeske (51), verlässt das Unternehmen. Dies teilte Karstadt-Quelle am Montag mit. Die Unternehmenskommunikation der beiden Versandhandelstöchter Quelle und Neckermann solle in den nächsten Wochen neu strukturiert werden. Jeske war seit 1996 Leiter der Unternehmenskommunikation bei Quelle in Fürth. Nach der Fusion mit Karstadt übernahm er auch die entsprechende Position von Neckermann und war damit für die Presse- und PR-Arbeit der gesamten Versandhandelssparte in Europa zuständig. Jeske wolle sich nun „neuen Herausforderungen außerhalb der Karstadt-Quelle AG stellen“, hieß es.

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