Versandhandel
Währungseffekte bremsen Otto

Der Umsatz des Versandhändlers Otto ist im abgelaufenen Jahr um fast zwei Prozent gewachsen. Vorstandschef Schrader sagt: Es hätte mehr sein können - wenn der Euro nicht so stark gewesen wäre.
  • 0

HamburgDer starke Euro bremst das Wachstum des Versandhauskonzerns Otto. Der Umsatz sei im abgelaufenen Jahr deshalb nur um 1,8 Prozent auf zwölf Milliarden Euro geklettert, teilte Vorstandschef Hans-Otto Schrader am Mittwoch in Hamburg mit. Beim Betriebsgewinn sei es dennoch gelungen, an das Ergebnis des vorangegangenen Geschäftsjahres von 388 Millionen Euro anzuknüpfen. Die genauen Zahlen will Otto im Mai nennen.

Besonders gut lief das Geschäft im Onlinehandel, der mittlerweile 61 Prozent der Einzelhandelsumsätze der weltweit tätigen Gruppe ausmacht. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 57 Prozent. Die über 100 Onlineshops steigerten ihre Erlöse im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/2014 um 400 Millionen auf über sechs Milliarden Euro. Allein in Deutschland steigerte Otto den Onlineumsatz um sieben Prozent auf rund vier Milliarden Euro. Der Finanzdienstleister EOS und die Logistiktochter Hermes profitierten von dem weltweiten Boom im Onlinehandel und steigerten ihren Umsatz kräftig.

Im Multichannel-Einzelhandel, in dem das Ladengeschäft sowie Verkäufe über das Internet und per Katalog zusammengefasst sind, schrumpften die Erlöse leicht auf gut zehn Milliarden Euro. Neben Währungseffekten trug dazu vor allem das Geschäft in Frankreich bei, das Otto derzeit saniert. In Russland steigerte die Otto Group zwar den Umsatz um neun Prozent. Nach Umrechnung in Euro blieb jedoch nur ein leichtes Plus von 0,4 Prozent auf knapp 550 Millionen Euro. Bei der US-Tochter Crate & Barrel sanken die Erlöse sogar um 8,3 Prozent auf eine Milliarde Euro. Besonders stark war der Währungseffekt in Japan. Dort schrumpften die Erlöse um 26 Prozent auf 166 Millionen Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr will der von der Familie Otto kontrollierte Versandhauskonzern weiter wachsen und den Onlinehandel ausbauen. Rund 300 Millionen Euro steckt das Management in neue IT-Entwicklungen und das neue Bezahlsystem Yapital, das derzeit eingeführt wird. Anfang Mai will Otto zudem den Onlineshop für Mode an den Start bringen, der von Benjamin Otto entwickelt wurde. Der Sohn von Aufsichtsratschef Michael Otto soll sich mit diesem Projekt für künftige Aufgaben in dem Familienkonzern bewähren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Versandhandel: Währungseffekte bremsen Otto"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%