Versandhaus Onlineboom und Konzernumbau lassen Gewinn von Otto sprudeln

Das Versandhaus profitiert von seinen jüngsten Erneuerungen. Gleichzeitig treibt das wachsende Start-up „About You“ den Konzern an.
Update: 16.05.2018 - 16:19 Uhr Kommentieren
Der Umsatz des Konzerns mit 123 Töchtern in weltweit mehr als 30 Ländern stieg um 6,7 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Otto Group

Der Umsatz des Konzerns mit 123 Töchtern in weltweit mehr als 30 Ländern stieg um 6,7 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

HamburgDer Versandhauskonzern Otto baut seine rasant wachsende Mode-Tochter About You zu einem Konkurrenten von Zalando auf. Das 2014 von Familienspross Benjamin Otto mitgegründete Start-up soll binnen drei bis vier Jahren beim Umsatz in die Größenordnung von einer Milliarden Euro wachsen, um an die Börse gebracht werden zu können.

Bis dahin soll About You aus den roten Zahlen kommen, in denen die Firma wegen hoher Investitionen noch steckt. Das Interesse von Investoren für seine Tochter hat Otto bereits geweckt.

Finanzvorständin Petra Scharner-Wolff sagte am Mittwoch bei der Präsentation der Bilanz für 2017/18, die Gespräche seien bereits weit fortgeschritten und könnten womöglich noch in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden.

Bei einem Anteilsverkauf an einen strategischen Investor will Otto nach früheren Aussagen von Konzernchef Alexander Birken größter Eigner bleiben. Es sei jedoch möglich, dass das Hamburger Familienunternehmen dann selbst nicht mehr die Mehrheit halten werde, erläuterte Scharner-Wolff. „Ja, es ist denkbar, dass wir mit dem Otto-Group-Anteil dann unter 50 Prozent sind.“

An dem Start-up ist die Gesellschaft für Handelsbeteiligungen, hinter der Benjamin Otto steht, mit 25 Prozent beteiligt. Weitere 4,5 Prozent liegen bei der ProSieben-Tochter Seven Ventures und dem Investor German Media Pool. Das Management hält selbst 2,5 Prozent. 68 Prozent liegen derzeit bei der Otto Gruppe.

About You wächst rasant und zählt inzwischen 2,5 Millionen Kunden. Im vergangenen Jahr verdoppelte sich der Umsatz auf mehr als 280 Millionen Euro. Die Firma zielt mit ihrem Angebot vor allem auf jüngere Kunden, die sich über eine App ein Profil anlegen und je nach Stilrichtung Modelartikel offeriert bekommen.

Gewinn sprudelt

Das System funktioniert wie ein Marktplatz, bei dem auch andere Anbieter zum Zuge kommen. Neben Deutschland, Österreich und der Schweiz ist About You mittlerweile auch in den Niederlanden und Belgien gestartet. Polen soll demnächst hinzukommen.

Die selbst entwickelte Software macht About You über eine Cloud auch anderen Handelsunternehmen zugänglich. Auch die zur Gruppe gehörende Witt-Gruppe profitiert davon.

Der einstige Bettwäschehändler Witt hat sich zu einem weiteren Hoffnungsträger von Otto gemausert und hat vor allem die über 50-jährige Kundschaft im Visier. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um acht Prozent auf über 800 Millionen Euro - bei einer erneut sehr guten Rendite, wie Birken betonte. Auch diese Tochter investiert massiv in den Onlinehandel und soll weiter expandieren.

Insgesamt steigerte der Hamburger Familienkonzern mit 123 Töchtern in weltweit mehr als 30 Ländern den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 6,7 Prozent auf rund 13,7 Milliarden Euro.

Dabei erzielte Europas größter Versandhändler erneut mehr als die Hälfte seines Erlöses im Onlinehandel, dort kletterten die Umsätze um rund elf Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Drei Viertel aller Einzelhandelsumsätze werden online erzielt.

Der Betriebsgewinn (Ebit) kletterte um elf Prozent auf 405 Millionen Euro, obwohl das Unternehmen viel Geld in die Digitalisierung, Logistik und neue Handelskonzepte steckte.

Für das bis Ende Februar laufende Geschäftsjahr 2018/19 stellte das Management ein Umsatzplus von rund fünf Prozent auf vergleichbarer Basis und ein operatives Ergebnis in Aussicht, das an das gute Vorjahr anknüpfen soll.

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