Versandhaus
Quelle erwartet Kredit bis Wochenende

Das insolvente Versandhaus Quelle erwartet, Ende der Woche wieder über Liquidität auf den Konten zu verfügen. „Sobald die Valovis-Bank diese Sicherheit hat, kann sie das Factoring wieder aufnehmen“, sagte Thomas Schulz, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters der Arcandor-Töchter Quelle und Karstadt.

DÜSSELDORF. Die Valovis-Bank fordert die zusätzliche Sicherheit in bar. „Wie das technisch vonstatten geht, ist zweitrangig“, sagte Schulz dazu.

Bund, Bayern und Sachsen hatten kürzlich einen Massekredit über 50 Mio. Euro an Quelle bewilligt, dessen Ausarbeitung sich allerdings tagelang hinzog, der aber als Sicherheit für die Valovis Bank dient. Diese übernimmt die Zwischenfinanzierung für das Pleiteunternehmen. Sobald nun die erste Zahlungsfreigabe unterzeichnet ist, kann Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg handeln. „Wir hoffen sehr, dass das Ende der Woche passiert“, sagte er.

Der neue Quelle-Katalog wird derzeit – trotz eines Appels von Insolvenzverwalter Görg – nicht ausgeliefert, weil Zulieferer um ihre Bezahlung fürchten. Ein Sprecher der federführenden Druckerei Prinovis wollte zu einer Wiederaufnahme des Quelle-Auftrags keine Stellungnahme abgeben. „Wir erwarten gar nichts, wir warten einfach ab“, sagte er. Auch die Schlott-Gruppe, die aufgrund der Wirtschaftskrise Anfang der Woche selbst ein massives Stellenabbauprogramm verabschieden musste, wollte sich zum weiteren zeitlichen Druckvorgehen nicht äußern.

Quelle läuft derweil nicht nur die Zeit, sondern auch die Kundschaft davon. Immer mehr Besteller zögern, bei dem insolventen Unternehmen einzukaufen. Die Umsätze brachen in den letzten Tagen um bis zu 50 Prozent ein. Die Lage sei existenzbedrohend, sagte Quelle-Geschäftsführer Konrad Hilbers.

Mehr Licht sieht Karstadt. „Bei Karstadt kommt im Gegensatz zu Quelle die Liquidität über den Thresen“, sagte Sprecher Schulz. „Karstadt steht stabil.“ Einen Verkauf der Filialen an die Metro-Tochter Kaufhof schloss er erneut aus. Er wolle Herrn Cordes nicht zu nahe treten, zitierte Schulz Arcandor-Insolvenzverwalter Görg, aber er habe bislang nicht einmal an ihn gedacht. Metro-Chef Eckhard Cordes hatte in den letzten Wochen immer wieder auf eine Fusion seiner Kaufhaus-Sparte Kaufhof mit Konkurrent Karstadt gedrängt.

Annika Reinert
Christine Weißenborn
Handelsblatt / Redakteurin
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