Versandhauskonzern prüft, Dritten die Warenverteilzentren zu öffnen
Otto-Versand wird zum Paketdienst de Luxe

Otto könnte bald nicht mehr nur seine eigenen Pakete packen, sondern auch die externer Händler. Entsprechende Pläne hat das Unternehmen bestätigt.

FRANKFURT. Das Unternehmen prüft nach Angaben eines Sprechers vom Dienstag, seine Warenverteilzentren in Hamburg-Bramfeld und Haldensleben bei Magdeburg für Dritte zu öffnen. Dort werden die Pakete für Kunden des Otto-Versands zusammengestellt, gepackt und auf die Reise geschickt. Dieser Service wäre auch für externe Händler interessant, die so keine eigene Logistik aufbauen müssten.

Eine Entscheidung darüber, ob Otto künftig als Dienstleister für andere agiert, fällt vermutlich Mitte August. Frühestens 2006 könnten dann die ersten Fremdpakete zum Endkunden rollen. Wegen der Kaufzurückhaltung der Deutschen sind die Otto-Versandzentren nicht voll ausgelastet. Das würde sich schlagartig ändern, wenn Dritte ihre Waren darüber konfektionieren ließen.

Die Öffnung der eigenen Logistik für Dritte zu diesem Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr. Zwar hat Otto im Geschäftsjahr 2004 den Erzrivalen Karstadt-Quelle mit seinen beiden Versandtöchtern Quelle und Neckermann umsatzmäßig überholt, doch im Inland verlief das Geschäft mau. Gewachsen ist das Unternehmen im Ausland. Ottos Universalversender, zu denen neben der Hauptmarke auch Baur und Schwab gehören, hatten mit einem Umsatzrückgang von 3,9 Prozent zu kämpfen, das Flaggschiff Otto-Versand alleine gar mit einem Minus von fast 5 Prozent.

Insgesamt unterhält Otto in ganz Deutschland sieben Stützpunkte: die zwei Warenverteilzentren und fünf Lager ohne die Möglichkeit der Konfektionierung. Letztere sind dem Tochterunternehmen Hermes zugeordnet, das von dort aus schon heute Pakete von jedermann an jedermann ausliefert. Hermes ist die Nummer zwei der Paketdienste nach der Post-Tochter DHL. Dank der Spezialisierung der einzelnen Lager kann Otto Waren jeglicher Größe versenden - vom Kugelschreiber bis zur Küchenzeile.

Die Tageszeitung "Die Welt" hatte in ihrer Dienstagsausgabe gemeldet, dass Otto seine sieben Standorte komplett für Dritte öffnen wolle. Der Otto-Sprecher widersprach dem insofern, als dass die fünf zu Hermes gehörigen Lager bereits seit 2004 Externen zur Verfügung stünden. Zudem sei zwischen diesen reinen Lagern und den komplexen Warenverteilzentren mit ihrem Plus an Service zu unterscheiden.

Neben den zwei Warenverteilzentren in Hamburg-Bramfeld und Haldensleben ist Otto mit Lagern in Hamburg, Karlsruhe, Burbach, Ohrdruf und Hanau bundesweit präsent. Jedes Lager ist spezialisiert: Mode, die hängend transportiert werden muss, kommt aus Hanau. In Karlsruhe und Burbach werden die mittelgroßen Waren auf den Weg gebracht. Große Artikel wie Waschmaschinen gehen von Löhne und Ohrdruf aus auf die Reise.

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