Versorgungssicherheit: Energiebranche sucht nach Sicherheit

Versorgungssicherheit
Energiebranche sucht nach Sicherheit

Im Münsterland sitzen zehntausende Bürger über Tage hinweg in Kälte und Dunkelheit, weil reihenweise Strommasten umgeknickt sind. Russland dreht der Ukraine den Gashahn zu und drosselt damit auch die Lieferungen nach Westeuropa.

DÜSSELDORF. Kurz darauf kommt Russland wegen eines Kälteeinbruchs in Lieferschwierigkeiten. Die öffentliche Debatte um die Energieversorgung in Deutschland hat neben dem Streit um die steigenden Preise für Strom und Gas eine neue Dimension bekommen: Wie sicher ist die Versorgung Deutschlands?

Für Eon-Chef Wulf Bernotat ist die Krise in der Ukraine ein willkommener Weckruf: „Jeder Verbraucher hat gespürt, dass der Zugang zu den immer knapper werdenden Ressourcen ein wichtiges Thema ist, auf das wir schon seit langem aufmerksam machen.“ Das Thema Versorgungssicherheit wird beim anstehenden Energiegipfel ganz oben auf der Agenda stehen. Im April will Bundeskanzlerin Angela Merkel Vertreter von Energiebranche und Industrie treffen, um über Preisentwicklung, Wettbewerb und die Sicherung der Energieversorgung zu diskutieren. Ein Punkt, der auch bei der E-World Energy & Water auf der Tagesordnung stehen wird. Die Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft startet am 14. Februar in Essen.

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Michael Glos hat sich die Lage in den letzten Jahren durch neue Nachfrager wie Indien und China deutlich zugespitzt: „Der allgemeine Run auf die knappen Energierohstoffe verschärft die Situation für ohnehin rohstoffarme Länder wie Deutschland.“ Deutschland müsse immer höhere Preise für seine Energieeinfuhren bezahlen. Parallel werde die Importabhängigkeit von Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle weiter steigen. Dabei liege ein Großteil der Weltenergiereserven in schwer zugänglichen oder politisch instabilen Gegenden. „Das Sicherste ist ein breiter Energiemix und eine breite Auswahl der Lieferanten“, fordert Glos eine „Strategie der Vernunft und des Pragmatismus.“

Die Gretchenfrage lautet, ob der Energiemix so breit sein soll, dass er auch die Atomkraft einbezieht. Seit der Gaskrise in der Ukraine ist darüber der Streit in der Regierungskoalition zwischen Union und SPD wieder entbrannt. Nach Glos’ Worten gehört zu einem breiten Energiemix neben Öl, Gas, Steinkohle, Braunkohle und den erneuerbaren Energien auch die Kernenergie. Er fordert, über eine Verlängerung der Restlaufzeiten nachzudenken. Umweltminister Sigmar Gabriel ist strikt dagegen und pocht auf den zwischen alter Regierung und Energiewirtschaft vereinbarten Atomausstieg, der den Kraftwerksbetreibern im Schnitt Laufzeiten von 32 Jahren je Reaktor zubilligt.

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