Verteidigung
Quelle-Aus zieht Postler mit in den Abgrund

Das Ende des Versandhauses Quelle hat auch Konsequenzen für die Deutsche Post DHL. Gleich drei Logistikstandorte sollen nun geschlossen werden, weil Quelle als wichtigster Kunde wegfallen wird. Und während Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg sich gegen Vorwürfe wehrt, bereitet Quelle den finalen Ausverkauf vor.

HB NÜRNBERG/BONN. Das Ende beim Versandhaus Quelle wird auch bei der Deutschen Post DHL zu Stellenverlusten führen. Es sei geplant, drei zuständige DHL-Logistik-Standorte mit rund 400 Mitarbeitern zu schließen, sagte DHL-Sprecher Claus Korfmacher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Bonn. Dies sei den Mitarbeitern auch bereits mitgeteilt worden. Es handele sich um Standorte in Bochum, Lehrte und Nürnberg.

Bereits im Zuge der Insolvenz von Arcandor hatte die Post erklärt, dass rund 560 Stellen wegfallen würden. Davon waren 240 DHL-Stellen bei der Karstadt-Logistik und 320 bei der Quelle-Logistik (an mehreren Standorten) betroffen. Insgesamt addiert sich die Zahl der von der Arcandor-Insolvenz und dem Quelle-Aus bisher direkt betroffenen DHL-Beschäftigten damit auf 960, davon 720 Arbeitsplätze für Quelle. Rund 3 000 DHL-Beschäftigte arbeiteten bisher in der Logistik direkt für Arcandor und Quelle.

Inwieweit auch noch rund 1 000 Post-Mitarbeiter aus dem Brief- und Paketbereich betroffen sein werden, die auch Aufträge für Arcandor und Quelle erledigen, sei derzeit noch nicht absehbar, sagte Korfmacher. DHL ist größter Logistikpartner von Arcandor und wickelte einen Großteil der Lagerhaltung und des Warentransports für Karstadt und Quelle ab.

Der Quelle-Insolvenzverwalter hat indes Vorwürfe über mangelnde Transparenz beim Verkaufsprozess für das insolvente Versandhaus zurückgewiesen.

Die beteiligten Ministerien und Gremien seien die ganze Zeit über den aktuellen Stand informiert gewesen, sagte Thomas Schulz, der Sprecher von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Lediglich in den letzten Stunden, als der Verkaufsprozess überraschend an Finanzierungsfragen scheiterte, sei es aus Zeitgründen nicht mehr möglich gewesen, alle Beteiligten zu informieren.

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