Vertrag unterschrieben
Lufthansa nimmt Swiss unter ihre Fittiche

Die Deutsche Lufthansa nimmt die angeschlagene Schweizer Fluglinie Swiss unter ihre Fittiche. Die am Dienstag von den Aufsichtsgremien und dem Großteil der Swiss-Aktionäre gebilligte Übernahme ist die zweite große Fluglinienfusion in Europa nach dem Zusammenschluss der französischen Air France und der niederländischen KLM im vorigen Jahr.

HB FRANKFURT. „Wir haben grünes Licht, um ein neues Kapitel der Luftfahrtgeschichte zu schreiben“, sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Er und Swiss-Chef Christoph Franz erläuterten am Abend in Zürich den Übernahmevertrag, den sie anschließend im Blitzlichtgewitter der Kameras unterschrieben. Lufthansa zahlt für den vollständigen Erwerb der Swiss bis zu 310 Millionen Euro. Ein großer Teil dieser Summe soll aber erst 2008 fließen und von der Entwicklung des Lufthansa-Aktienkurses bis dahin abhängen.

Eine weitere Finanzspritze für die seit ihrer Gründung 2002 verlustreiche Swiss hat Lufthansa vorerst nicht vorgesehen. „Das halten wir auch nicht für notwendig“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Auch werde Lufthansa die Schulden von Swiss, die sich netto auf gut 380 Millionen Euro belaufen, nicht übernehmen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrer Mittwochsausgabe berichtet. Die Nettoschulden der Swiss würden mit der späteren Konsolidierung in die Lufthansa-Bilanz einfließen. Möglich sei eine Kapitalspritze der Lufthansa aber, sagte Swiss-Chef Franz. Dies sei aber kein Thema, das in den nächsten Monaten anstehe. Es sei aber klar, dass Swiss zusätzliche Mittel benötige, um die Flotte zu erneuern und neu zu investieren. Dazu seien rund 600 Millionen sfr an Eigenkapital und zusätzlich Fremdkapital nötig, fügte Franz an.

„Der Zusammenschluss wird Swiss erlauben, eine führende europäische Fluggesellschaft zu sein“, sagte Franz. Die Schweizer Fluglinie soll ab Herbst 2005 schrittweise in den Flugplan von Lufthansa integriert werden, aber weiter eigenständig als so genanntes Profit-Center unter ihrer Marke fliegen. Teil der Übernahmevereinbarung ist, dass Swiss die Sanierung fortsetzt und so schnell wie möglich ohne weitere Finanzmittel in die schwarzen Zahlen kommt.

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