Vertrag von Jean-Marc Espalioux wird nicht verlängert
Aufsichtsrat löst Chef des Hotelkonzerns Accor ab

Der Chef des französischen Hotelriesen Accor, Jean-Marc Espalioux, wird nach Ablauf seines Vertrages Anfang Januar kein neues Mandat bekommen. Das bestätigten Aktionärskreise dem Handelsblatt. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

PARIS. Eine Sprecherin Accors wollte auf Anfrage zum möglichen Rauswurf des Vorstandschefs keinen Kommentar abgeben. Accor ist die weltweit viertgrößte Hotelkette und betreibt rund 4 000 Häuser.

Bereits seit einigen Tagen beflügelt die Aussicht auf einen Wechsel an der Accor-Spitze die Aktie. Ende Juli hatte das französische Magazin „Le Point“ über den geplanten Abschied von Expalioux berichtet. Den Angaben zufolge sollen die beiden Konzerngründer und Aufsichtsrats-chefs Paul Dubrule und Gérard Pélisson die treibende Kraft bei der Ablösung des Accor-Chefs sein.

Sie seien unzufrieden mit dem Managementstil des Vorstandschefs, der zu wenig Kontakt zu den Franchise-Partnern pflege und zu weit vom Tagesgeschäft agiere. Darüber hinaus würde er die Vorzüge der Accor-Gruppe zu verhalten gegenüber Investoren verkaufen. Espalioux leitet Accor Anfang 1997.

Aus Unternehmenskreisen ist darüber hinaus Kritik an den Führungsstrukturen zu hören. „Oft haben die beiden Gründer am Vorstandsvorsitzenden vorbei ins Unternehmen hineinregiert“, hieß es. Größte Aktionäre sind das staatliche Finanzinstitut CDC (7,6 Prozent), die beiden Konzerngründer (3,5 Prozent) sowie die Großbank Société Générale (1,7 Prozent), die Mehrheit des Kapitals ist breit gestreut.

Ein Pariser Brokerhaus begrüßte in einer Kurznote den sich abzeichnenden Wechsel an der Accor-Spitze als Aufbruchsignal. Die Analysten verweisen darauf, dass Accor mit seiner breiten Aufstellung bisher die Kapitalmärkte nicht habe überzeugen können.

Erst nach dem Einstieg des auf Hotels spezialisierten US-Fonds Colony Capital im März ist die Accor-Aktie aus ihrem Dornröschen-Schlaf erwacht. Colony Capital hatte angekündigt, via Wandelanleihen eine Mrd. Euro in Accor zu investieren, um das Wachstum des Unternehmens zu fördern. Die Eigenkapitalrendite soll von derzeit knapp zehn Prozent auf 20 Prozent verdoppelt werden.

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