Vertragsstrafe
Blackstone gewinnt bei Hilton-Hotels so oder so

Sollte die Übernahme der Hilton-Hotels durch den Finanzinvestor Blackstone scheitern, käme das das Hotel-Imperium teuer zu stehen. Denn im Vertrag steht ein Passus, der es in sich hat.

HB NEW YORK. Es ist eine Strafzahlung von 560 Mill. Dollar vereinbart, wenn Blackstone etwa im Falle einer besseren Offerte durch einen anderen Interessenten das Nachsehen hätte. Dies geht aus Dokumenten von Donnerstag hervor, die Hilton an die US-Börsenaufsicht geschickt hat. So genannte „break up fees“ sind bei Übernahme-Vorhaben üblich. Sie sollen bewirken, dass sich die Beteiligten aus einer vorläufig besiegelten Vereinbarung nicht leichtfertig zurückziehen.

Blackstone hatte zu Wochenbeginn angekündigt, das Hilton-Imperium für insgesamt 26 Mrd. Dollar übernehmen zu wollen und den Aktionären ein attraktives Angebot von 47,50 Dollar je Aktie gemacht, was fast ein Drittel über dem Schlusskurs vom Tag vor der Veröffentlichung der Offerte liegt. Die Übernahme soll im vierten Quartal 2007 abgeschlossen sein.

Blackstone baut mit der Übernahme sein Engagement im Hotel- und Freizeitsektor schlagartig aus. Die neuerdings börsennotierte Firma um Gründer Stephen Schwarzman besitzt bereits Anlagen mit mehr als 100 000 Zimmern in den USA und Europa. Dazu zählen unter anderem Wyndham International, Boca Resorts, Savoy Hotel, Center Parks UK sowie die LXR-Luxus-Hotels.

Im Vergleich zu früheren Übernahmen in diesem Sektor muss Blackstone für Hilton tiefer in die Tasche greifen. Die Transaktion entspricht laut Nachrichtenagentur Bloomberg dem 38-fachen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Wyndham wurde mit einer Ebitda-Prämie von 19 übernommen, Extended Stay America mit dem 28fachen. Die Hotel-Konkurrenten Marriott und Starwood sind an der Börse günstiger bewertet.

Der scheidende Hilton-Vorstandschef und Co-Chairman Stephen F. Bollenbach sprach von einem „unwiderstehlichen Preis“, den Blackstone zu zahlen bereit sei. Analyst Amit Kapoor von Gabelli & Co., dessen Firma fünf Millionen Hilton-Aktien hält, bewertete die Offerte als angemessen. Mit Blick auf das starke Hotel-Portfolio der Hiltons sei das Angebot sogar „überaus günstig“.

Die Hilton-Gruppe aus dem kalifornischen Beverly Hills beschäftigt 100 000 Mitarbeiter und besitzt mehr als 2 800 Hotels. Zum Konzern gehören weitere Marken wie Doubletree, Homewood sowie im Luxus-Segment Waldorf-Astoria. In Deutschland spielt Hilton mit 16 Häusern bislang nur eine untergeordnete Rolle.

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