Vertragsverhandlungen über neue Airline beginnen
Tui und Lufthansa greifen Air Berlin an

Lufthansa und Tui werden nach mehrmonatigen inoffiziellen Gesprächen Vertragsverhandlungen über eine gemeinsame Billig-Fluggesellschaft beginnen. Das wird Peter Long, Chef des deutsch-britischen Reisekonzerns Tui Travel, am Dienstag auf einem Investorentag des Unternehmens in London verkünden, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen.

DÜSSELDORF. Tui Travel, ein Joint Venture des Reise- und Schifffahrtskonzerns Tui mit dem britischen Touristikkonzern First Choice Holidays, ist nach britischem Aktienrecht zu dieser Ankündigung verpflichtet. Sprecher von Tui und Lufthansa wollten diese Angaben nicht kommentieren.

Wie das Handelsblatt zudem aus Branchenkreisen erfuhr, geht es um die Ausgestaltung des in Vorgesprächen bereits verabredeten Dreierbündnisses aus Lufthansa und Tui Travel (je 40 Prozent) sowie des Germanwings -Miteigentümers Albrecht Knauf (20 Prozent). Eine solche Konstellation hätte zur Folge, dass Tui die Flugtochter nicht konsolidieren müsste und die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa einen Teil ihres Kurz- und Mittelstreckengeschäfts aus dem Konzerntarifvertrag lösen könnte.

Proteste werden von der Interessensvertretung der Piloten, der Vereinigung Cockpit, erwartet. Die neue Airline hätte aus dem Stand über 30 Millionen Passagiere und wäre die deutsche Nummer drei - weit nach Lufthansa und kurz hinter Air Berlin (mit LTU und Condor).

Tanja Kewes
Tanja Kewes
Handelsblatt / Chefreporterin
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