Vertrauen von Haniel
Metro-Chef Koch soll neuen Vertrag bekommen

Der Streit der Eigentümer lähmt Media-Saturn. Doch Metro-Chef Olaf Koch kann offenbar mit der Rückendeckung des Großaktionärs Haniel rechnen. Mitgründer Kellerhals bläst dagegen zur Offensive.
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KölnTrotz des Machtkampfes bei Media-Saturn genießt Metro -Chef Olaf Koch offenbar das Vertrauen des Großaktionärs Haniel. Der Personalausschuss des Metro-Aufsichtsrats habe dem Gremium empfohlen, den Vertrag von Koch zu verlängern, berichtete das „Handelsblatt“ am Dienstag vorab. Dabei beruft sich die Zeitung auf Aufsichtsratsvize Werner Klockhaus. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende ist auch im Personalausschuss Vize von Franz Haniel, der die Familienholding vertritt.

Haniel hält knapp über 30 Prozent der stimmberechtigten Aktien der Metro. Die Entscheidung des Kontrollgremiums über eine weitere Amtszeit Kochs steht im September an. Üblicherweise folgt der Aufsichtsrat Empfehlungen seines Personalausschusses.

Koch selbst hatte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters deutlich gemacht, dass er eine weitere Amtszeit ins Visier nehme. „Mir macht der Job unglaublich viel Spaß und ich bin gerne bei der Metro“, sagte er auf die Frage, ob er auch über seine im September 2015 endende Amtsperiode hinaus bleiben wolle. Haniel machte jedoch deutlich, keinen Anlass zu schnellem Handeln zu sehen.

Haniel-Chef Stephan Gemkow sagte wenig später in einem Interview, dass der Großaktionär von Koch eine Verbesserung der Marge erwarte. „Bei Metro erwarten wir Wachstum und Margenverbesserungen, die sich (..) in steigenden Aktienkursen spiegeln sollen.“ Es bleibe abzuwarten, ob Metro-Chef Koch dies erreichen könne, sagte Gemkow.

Koch steht seit Januar 2012 an der Spitze des Handelskonzerns mit seinen Großmärkten, dem Warenhauskonzern Kaufhof, der Supermarktkette Real sowie Europas größter Elektrohandelskette Media-Saturn, mit deren Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals. Anfang Mai hatte der Milliardär erneut eine Übernahme der Metro-Anteile ins Spiel gebracht und von Investoren gesprochen, die er an der Hand habe.

Metro und Kellerhals sollen derzeit die Möglichkeiten einer Trennung ausloten. Doch sei die Situation verfahren, es zeichne sich keine einfache Lösung ab. Wie das Handelsblatt berichtet, ließ sich Kellerhals dazu Ende 2013 von der US-Bank Morgan Stanley beraten.

In Branchenkreisen wird derzeit nicht damit gerechnet, dass der Media-Saturn-Gründer Kellerhals tatsächlich ein konkretes Kaufangebot auf den Tisch legt. Vielmehr könnte er auf einen Spin-Off setzen, sagten mehrere Insider. So könnte etwa der Metro-Anteil als Sachdividende ausgeschüttet werden. „Ich will meinen Einfluss im Unternehmen behalten“, sagte Kellerhals. Zu konkreten Optionen habe er sich nicht äußern wollen. „Es gibt sehr gründlich ausgearbeitete Vorschläge meinerseits.“

Koch sagte dazu vergangene Woche in Düsseldorf, „wenn es einen konkreten Vorschlag gäbe, dann müsste ich mir den gründlich anschauen“. Die Voraussetzungen für einen Spin-Off sieht er als schwierig an. „Man kann das Unternehmen nicht einfach abspalten und ohne die entsprechenden Voraussetzungen in andere Hände abgeben. Das wäre strategisch und auch aus Haftungs- und Verantwortungsgründen falsch“, sagte er. Metro sei weiter an einer Lösung mit Kellerhals interessiert. „Wir als Metro wollen die Situation befrieden und werden uns dafür mit allen sinnvollen Lösungsmöglichkeiten beschäftigen. Wir brauchen eine Lösung, die konstruktiv, tragfähig und vertretbar ist. „Wir müssen uns einigen, schnell“, mahnte Kellerhals.

Lesen Sie das komplette Handelsblatt-Interview mit Media-Saturn Gründer Erich Kellerhals im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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