Vertrauensleute fordern Rücktritt
Transnet-Vorstand unter Druck

Der geplante Wechsel des am Donnerstag zurückgetretenen Vorsitzenden von Transnet, Norbert Hansen, in den Vorstand der Deutschen Bahn ist an der Basis auf harte Kritik gestoßen. Eine Gruppe Vertrauensleute fordert gar den Rücktritt des gesamten Vorstandes der Gewerkschaft.

HB BERLIN. An der Basis der Bahn-Gewerkschaft Transnet gibt es heftige Kritik an dem geplanten Wechsel ihres bisherigen Vorsitzenden Norbert Hansen in den Vorstand der Bahn. Vertrauensleute der Gewerkschaft im Bezirk Nord-Ost forderten deshalb in einem am Freitagabend vom Bündnis Bahn für Alle veröffentlichten Schreiben den Rücktritt des gesamten Transnet-Vorstands. Der Arbeitskreis der Vertrauenspersonen halte die „zeitlichen und politischen Umstände der persönlichen Entscheidung von Norbert Hansen“ für „schädlich für die gesamte Gewerkschaftsorganisation“, heißt es in dem Schreiben. Die Vertrauensleute könnten nicht nachvollziehen, warum der Vorstand den Schritt Hansens begrüße. Deshalb forderten sie den Rücktritt des gesamten Vorstands.

Hansen will Arbeitsdirektor der Bahn werden und hatte daher am Donnerstag sein Amt als Gewerkschaftschef niedergelegt. Die Meinungen der Gewerkschaftsmitglieder dazu reichten „von tiefer Enttäuschung bis zum Verrat an der Transnet“, heißt es in dem Schreiben des Arbeitskreises der Vertrauensleute weiter. Die bisherige positive Haltung der Transnet bezüglich der geplanten Teilprivatisierung der Bahn müsse dringend überprüft werden. Hansen ist einer der wenigen Unterstützer der Bahn-Privatisierung in den Gewerkschaften.

Transnet-Sprecher Michael Klein sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, es sei gut, wenn sich Vertrauensleute in einen „demokratischen Entscheidungsprozess“ einbrächten. Für einen Rücktritt des Vorstandes gebe es keine Gründe. Der Vorstand wird laut Klein auf dem Gewerkschaftstag Ende November in Berlin neu gewählt. Transnet leiten soll bis dahin Lothar Krauß, den Vorstand und Bezirksvorsitzende von Transnet am Freitag als neuen Vorsitzenden nominiert hatten. Er soll am Freitag vom Beirat der Gewerkschaft gewählt werden, dem Entscheidungsgremium zwischen den Gewerkschaftstagen mit rund 120 Mitgliedern.

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