Vertrieb in Deutschland wird umgebaut
Thomas Cook setzt künftig verstärkt auf Franchise

Europas zweitgrößter Tourismus-Konzern Thomas Cook will in Deutschland künftig deutlich mehr Reisebüros an sich binden als bisher. Die Zahl der Franchise-Büros werde innerhalb von drei Jahren nahezu verdoppelt, teilte das Unternehmen am Montag in Oberursel mit.

HB FRANKFURT. „Es ist eine Verschiebung hin zu kontrolliertem Vertrieb“, sagte ein Konzernsprecher am Montag. Franchisebüros erhalten eine Lizenz von Thomas Cook und werden mit strengeren Werbeauflagen dazu gebracht, verstärkt Reisen des Unternehmens verkaufen. Die Anzahl dieser Reisebüros soll in den kommenden drei Jahren auf rund 1900 fast verdoppelt werden. Der Anteil dieser Vertriebsart am Gesamtumsatz soll im selben Zeitraum auf 40 von 20 Prozent steigen.

Mit der neuen Struktur sehe sich Thomas Cook besser gerüstet, seine Wachstumsziele in den kommenden Jahren zu erreichen, sagte der Cook-Sprecher. Der je zur Hälfte der Lufthansa und Karstadt-Quelle gehörende Konzern peilt bis zum Geschäftsjahr 2009/10 eine Umsatzsteigerung von jährlich rund vier Prozent an. Im vergangenen Geschäftsjahr 2004/05 (per 31. Oktober) hatte Thomas Cook bei einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro erstmals seit vier Jahren wieder einen Gewinn erwirtschaftet.

Die Franchise-Partner treten unter den Namen Neckermann-Team, Neckermann-Partner sowie unter dem Begriff Holiday Land auf. Die gebundenen Verkaufsstellen sollen künftig 40 statt 20 Prozent des Umsatzes im deutschen Markt generieren. Bei Mitbewerbern wie Branchenprimus Tui oder Rewe seien diese Anteile bereits heute deutlich höher. Für die Neuausrichtung des deutschen Vertriebs wurden auch die Gebühren für die Reisebüro-Partner gesenkt.

In den vergangenen Jahren waren Zahl und Umsatz der Reisebüros in Deutschland rückläufig. Von 2001 bis 2004 sank die Zahl der Reisebüros in Deutschland von 19 400 auf 16 600. Der Anteil an freien Büros sank in diesem Zeitraum von 29 Prozent auf nur noch zwei Prozent, heißt es in einer Übersicht von Thomas Cook. Die Reisebüros haben unter anderem mit einer starken Zunahme der Internet-Umsätze der Veranstalter und mit neuen Direktvertriebsmodellen zu kämpfen.

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