Vertriebsmarke
Metro prüft Verkauf der Extra-Märkte

Der größte deutsche Handelskonzern Metro trennt sich möglicherweise von seinen Extra-Märkten. Das Unternehmen stimmte seine Mitarbeiter bereits per Brief auf eine mögliche Veränderung ein. Auch der Verkauf an die Konkurrenz ist im Gespräch.

HB DÜSSELDORF. „Die Metro AG prüft zurzeit strategische Optionen für die Vertriebsmarke Extra“, hieß es in einem Schreiben der Extra-Geschäftsführung an die Mitarbeiter, das der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlag. Denkbare Ergebnisse seien dabei ein Verkauf oder ein Verbleib im Konzern. Ein Metro-Sprecher sagte, die Mitarbeiter seien informiert worden, dass der Handelsriese bereits seit einigen Monaten verschiedene Optionen für Extra prüfe. Auch er betonte, es sei noch keine Entscheidung über die Zukunft der Kette gefallen.

Extra hat etwa 255 Filialen vor allem in Norddeutschland und im Raum Berlin. Rund 90 Prozent des Sortiments machen Lebensmittel aus. Wie viele Ketten hatte auch Extra unter dem Preiskampf in der Branche gelitten. Metro hatte die Extra-Märkte 1996 übernommen.

Nun könnten die Märkte an einen Konkurrenten gehen. In der Branche hatte es bereits Spekulationen gegeben, dass Rewe und Edeka an der Kette interessiert sein könnten. Ein weiteres Szenario könnte aber auch ein Verkauf an einen Investor oder eine Umstellung der Märkte auf die Metro-Marke Real sein. Schließlich könnte auch der Status Quo erhalten bleiben. Der Beschluss, Extra auf den Prüfstand zu stellen, ist offensichtlich noch unter dem scheidenden Metro-Chef Hans-Joachim Körber gefallen, da die Prüfung bereits seit einiger Zeit andauert. Körbers Nachfolger an der Metro-Spitze soll mit Unterstützung des Großaktionärs Haniel der Haniel-Chef Eckhard Cordes werden.

Cordes hatte in einem Gespräch mit Vertretern der Arbeitnehmern im Aufsichtsrat bereits angekündigt, er könne keine Bestandsgarantien für Sparten geben, die sich „mittelfristig nicht wie erhofft und erwartet Wert steigernd entwickeln“. Er will den Problemsparten - neben Extra zählen auch Kaufhof und Real dazu - aber zunächst eine Bewährungsfrist geben. Es werde „kurz- und mittelfristig“ nicht zu weit reichenden Einschnitten ins Konzernportfolio kommen, hatte Cordes zugesagt, wie aus einem Schreiben von Arbeitnehmervertretern an die Mitarbeiter hervorgeht.

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