Veto des Justizministers
Airline-Fusion in den USA vor dem Scheitern

Die Großfusion steht auf der Kippe: Die Fluggesellschaften American Airlines und US Airways dürfen sich womöglich nicht zusammenschließen. Die US-Behörden fürchten höhere Preise und weniger Flüge – drohen mit einem Veto.
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WashingtonDer Zusammenschluss von American Airlines und US Airways zur weltgrößten Fluggesellschaft gerät in Gefahr. Das US-Justizministerium und mehrere Bundesstaaten wollen die Fusion mit einer Wettbewerbsklage verhindern. Sie befürchten, dass die Preise steigen und gleichzeitig Flüge insbesondere zu kleineren Zielen im Land gestrichen werden.

„Die Verbraucher müssten den Preis für diesen Zusammenschluss zahlen - in höheren Ticketpreisen, höheren Gebühren und weniger Auswahl“, erklärte Justizminister Eric Holder am Dienstag in Washington. Selbst kleine Preiserhöhungen bei einzelnen Flügen würden sich in der Gesamtheit auf eine Mehrbelastung von mehreren Hundert Millionen Dollar für die Kunden summieren.

Hintergrund der drastischen Worte ist die Bedeutung des Fliegens in den USA. In dem Land mit seinen weiten Strecken ist das Flugzeug so wichtig wie in Deutschland die Bahn. So ziemlich jede mittelgroße Stadt besitzt ihren eigenen Verkehrsflughafen. Im vergangenen Jahr hätten Reisende in den USA rund 70 Milliarden Dollar (53 Milliarden Euro) fürs Fliegen ausgegeben, rechnete das Justizministerium vor.

Die Wettbewerbshüter sorgen sich vor allem darum, dass die Preise auf den mehr als 1000 Strecken steigen, auf denen American und US Airways momentan als direkte Konkurrenten auftreten. Auf dem Großteil der inländischen Routen gebe es schon heute kaum mehr Auswahl, monierte das Ministerium.

Beobachter hatten damit gerechnet, dass das Justizministerium Druck auf beide Gesellschaften ausüben würde, damit diese künftig als dominanter Anbieter einige Lande- und Startzeiten - die sogenannten Slots - auf dem Reagan-Flughafen außerhalb von Washington aufgeben würden. Stattdessen steht nun die gesamte Fusion auf der Kippe.
Reaktion der Börse gab Wettbewerbshütern recht

Die Reaktion der Börse gab den Wettbewerbshütern in ihrer Einschätzung Recht: Nicht nur die Aktie von US Airways fiel um neun Prozent, sondern auch die Papiere der größten Rivalen Delta und United brachen ein. Die Anleger hätten sich erhofft, dass durch die Fusion die Ticketpreise und damit die Renditen für alle Gesellschaften steigen würden, erläuterte ein Händler.

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  • Wenn AMR in Konkurs wird, dann haben die Verbraucher mehr zu verlieren und die Wirtschaft selbst. Noch dazu, United koennte davon noch mehr profitieren.

  • ich empfinde das als eine gute Entscheidung. US-Airways und AmAir haetten eine marktbeherrschende Stellung, bei denen der Verbraucher der klarer Verlierer waere.

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