vevo.com
Bonos Idee soll Videos zu Geld machen

Bisher waren Musikvideos ein Verlustgeschäft für die Musikkonzerne. Die hochwertigen Videos wurden kostenlos über MTV und im Internet vertrieben. Nun haben die Google-Tochter Youtube und Universal Music ein gemeinsames Musikportal gestartet, das höhere Umsätze generieren soll.

WASHINGTON. Als der Musiksender MTV 1981 mit "Video Killed the Radio Star" an den Start ging, haben Musikproduktionsfirmen Videos nur als Marketingaufwand empfunden. Das hat sich geändert. Denn in Zeiten schwindender Umsätze mit CDs entdecken die Firmen die Videos als Einnahmequelle. Jüngstes Beispiel dafür ist Vevo.com, ein gemeinsames Musik-Portal von Universal Music und der Google-Tochter Youtube.

Über die Seite können Internet-Nutzer seit vergangener Woche Videos von Bands wie U2 und Rolling Stones ansehen. Die Betreiber teilen sich die Werbeumsätze. Den Impuls für Vevo.com gab offenbar der U2-Sänger Bono. Bei einem Dinner habe der Künstler den Chairman von Universal Music, Doug Morris, dazu gedrängt, mit Google-Chef Eric Schmidt Kontakt aufzunehmen, berichtet eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Der Markt wertet Vevo.com als Indiz, dass die Musikbranche mit Youtube, dem größten Anbieter von Online-Videos, Geld verdienen will. Die Werbanzeigen im Internet könnten dazu beitragen, den Einbruch im CD-Geschäft abzufedern. Laut Marktforschungsinstitut Nielsen Sound-Scan sank der CD-Verkauf in den USA seit 2000 um 45 Prozent. "Als Unternehmen müssen wir jeder Umsatzquelle nachgehen - egal, ob die Leute die Musik kaufen oder nicht", sagt Rio Caraeff, Exectutive Vice President bei der Universal-Tochter E-Labs.

Gleichzeitig ist Vevo.com eine Abkehr der Strategie aus den 1980er- und 1990er-Jahren, als die Produktionsfirmen aus Marketinggründen Sendern wie MTV Videos von Interpreten wie Bon Jovi, Madonna und N?Sync kostenfrei überließen. "Videos waren früher ein reiner Kostenfaktor", sagt Jean-Bernard Levy, Chef der Universal-Mutter Vivendi. "Wir machten viele künstlerisch hochwertige Videos, die wir einfach - ohne Bezahlung - weggaben." Doch das ist Vergangenheit.

Abgesehen davon, dass auch MTV sein Gesicht verändert - der Sender setzt immer mehr auf Reality-TV-Formate -, müssen sich Videoproduktionen zunehmend selbst finanzieren.

Dabei eröffnet das Internet immense Möglichkeiten. Internet-Nutzer schauten auf Youtube bereits mehr als 3,6 Milliarden Universal-Videos an, berichtet die Vivendi-Tochter. Zusätzlich zu den Videos können Nutzer auf Vevo.com auch nach digitalisierten Liedern suchen. In der Zukunft könnten auch interaktive Inhalte wie zum Beispiel das Computerspiel "Guitar Hero" die Seite anreichern, erklärt Caraeff. Doch zunächst wollen Universal und Google andere große Musikfirmen mit ins Boot holen, um das Angebot attraktiver zu machen. Zu den möglichen Partner zählen Sony Music Entertainment, EMI und Warner Music. EMI führt eigenen Angaben zufolge erste Verhandlungen mit Youtube.

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