VfW ist begehrt
Deutsche Post verstößt Mülltochter

Für die Deutsche Post bessern sich die Aussichten, noch vor dem Jahresende mit dem Verkauf der Kölner Entsorgungsfirma VfW 60 bis 70 Mill. Euro in die Konzernkasse zu bekommen. Diesen Betrag fordere der Konzern für seine Tochter, berichtete dem Handelsblatt ein Unternehmer, dem die Kaufunterlagen zugestellt wurden. Er fügte hinzu: „Der Kreis der Interessenten ist enorm.“

DÜSSELDORF. Ein Sprecher des Bonner Dax-Konzerns bestätigte auf Anfrage, dass es aktuell mehrere Interessenten für VfW gebe. In Verhandlungskreisen heißt es zudem, in der Zwischenzeit habe die Post drei Interessenten in die engere Wahl genommen. Einer davon sei der Hamburger Abfallkonzern Sulo. Das von den Private-Equity-Unternehmen Blackstone und Apax geführte Hamburger Müllunternehmen, das nach eigenen Angaben selbst in den kommenden Monaten den Besitzer wechseln soll, wollte sich dazu offiziell nicht äußern. Andreas von Schönberg, Leiter der Sulo-Unternehmensentwicklung, deutete allerdings an, man sei aktiv an Zukäufen interessiert.

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Die von dem hessischen CDU-Landtagsabgeordneten Clemens Reif geführte Entsorgungsfirma VfW hatte die Deutsche Post vor einem Jahr durch den Kauf des britischen Logistikkonzerns Exel erworben, dem 90 Prozent des Kölner Unternehmens gehörten. Doch die Müllfirma, die sich ihrer außenstehenden Aktionäre inzwischen per Squeeze-out entledigte, passte nicht ins Konzerngeflecht. Seit wenigen Monaten steht der direkte Wettbewerber des Dualen Systems Deutschland (DSD) daher zum Verkauf.

Verhandlungkreise erwarten, dass die Veräußerung noch vor Jahresschluss über die Bühne geht. Zwei Interessenten befänden sich derzeit im Datenraum der Deutschen Post, um die Bücher von VfW unter die Lupe zu nehmen, heißt es.

Nach den vertraulichen Verkaufsunterlagen der mit dem Deal beauftragten Investmentbank Metzler Corporate Finance, die dem Handelsblatt vorliegen, ist VfW auf den ersten Blick ein Schnäppchen. In den fünf zurückliegenden Geschäftsjahren wuchs die Betriebsgewinn-Marge von 11,7 auf stattliche 20,8 Prozent. Bei einem Umsatz von 34,5 Mill. Euro erzielten die Kölner zuletzt einen Ertrag vor Steuern und Zinsen von 7,2 Mill. Euro. Doch die Unternehmensrisiken, das zeigt das Dossier, sind beachtlich.

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