Victor-Chef Jackson: „Wenn wir nicht um 300 Prozent wachsen, wäre ich enttäuscht"

Victor-Chef Jackson
„Wenn wir nicht um 300 Prozent wachsen, wäre ich enttäuscht"

Der britische Privatjet-Vermittler Victor will nicht nur Broker überflüssig machen, sondern auch den Marktführer Netjets attackieren. Im Interview verrät Victor-Chef Clive Jackson seine Strategie für das neue Jahr.
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Handelsblatt: Herr Jackson, die Wirtschaft in Europa erholt sich, doch die private Luftfahrt kommt noch nicht richtig in Schwung. Haben Sie als Vermittler von Privatjets nicht Angst um Ihr Geschäft?

Jackson: Im Gegenteil. 2013 war ein sehr gutes Jahr für Victor. Wir haben unsere Buchungen um 300 Prozent gesteigert. Strategisch wollen wir nun weiter investieren, um im Markt Fuß zu fassen – vor allem international. Unsere Kundenzufriedenheit ist hoch, unsere Kundenloyalität auch. Das einzige, was wir derzeit brauchen, sind noch mehr Kunden.

Welche Rolle spielt Deutschland in ihren Expansionsplänen?

Ein Viertel unserer Kunden sind Deutsche. Darum wollen im ersten Quartal ein eigenes Büro in Deutschland eröffnen. Dafür haben wir gerade Steffen Fries gewinnen können, der unter anderem das Deutschland-Geschäft für Netjets in Deutschland aufgebaut hat. Derzeit evaluieren wir noch, ob wir nach Köln oder München gehen. Wir wollen einfach stärker dort investieren, wo die Kunden sind. Unser erstes Auslandsbüro haben wir darum vor drei Monaten in Moskau eröffnet.

Setzen Sie dabei eher auf die gutbetuchten Urlauber oder auf Geschäftskunden?

Sowohl als auch. Urlaubsreisende sind weiterhin ein wichtiges Standbein für Victor, aber auch im nächsten Jahr erwarten wir ein starkes Wachstum bei Geschäftsreisenden. Es wird einfacher, weil wir uns mittlerweile einen Namen gemacht haben. Das Geschäft mit Businesskunden baut vor allem auf Vertrauen. Gerade als junge Firma muss man beweisen, dass man vertrauenswürdig ist und morgen noch existiert. Es hilft daher sagen zu können, das wir mittlerweile über 1000 Flüge vermittelt haben.

Wie wollen Sie Unternehmen überzeugen, auf Victor umzusteigen?

Wir sind immer noch der einzige Anbieter, der komplette Transparenz garantiert. Wir zeigen, wer der Anbieter ist und welche Flugzeuge eingesetzt werden, und unsere Buchungsgebühr beträgt immer fünf Prozent. Niemand sonst verrät seine Marge.

Wäre es keine Option, Unternehmen auch vertraglich zu binden?

Wir haben keine direkten, langfristigen Exklusivverträge mit Unternehmen. Wenn man Victor bucht, dann genießt man auch die Flexibilität. Man zahlt, wenn man den Service auch nutzt. Früher mussten die Firmen über mehrere Jahre exklusiv bei einem Broker buchen und bekamen dafür Rabatt. Victor macht das nicht. Wir geben unseren Kunden auch die Chance, den Service nicht bei uns zu kaufen. Darum müssen wir bei jeder Buchung unsere Transparenz und Qualität beweisen. Sonst verlieren wir den Kunden.

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„Wir wollen den Markt nicht vergrößern, sondern erobern“

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