Victor-Gründer Jackson
Mit dem Privatjet gegen Warren Buffett

Das britische Start-up Victor will den Markt für Privatjets aufmischen. Im stagnierenden Europa wächst der Flugzeug-Vermittler rasant – und will nun auch in die Heimat von Marktführer Netjets vorstoßen.
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DüsseldorfClive Jackson ist niemand, dem man übertriebenen Größenwahn attestieren kann. Doch wenn der freundliche Brite von den Wachstumsplänen seines Unternehmen erzählt, fühlt man sich unfreiwillig an die Zeiten der New Economy erinnert. „Wenn wir dieses Jahr nicht um 300 Prozent zulegen, wäre ich enttäuscht“, sagt er. Mit seinem Privatjet-Marktplatz Victor hat Jackson im Jahr 2013 die Buchungen in einem stagnierenden Markt verdreifacht. Mittlerweile hat das Unternehmen 4.570 Kunden. In einem Segment, in dem vor allem die Spitzenverdiener unterwegs sind, ist das eine beachtliche Zahl für ein Start-up.

Um den Marktführer Netjets herauszufordern, setzen die Briten auf die Kraft der Masse. Das Unternehmen betreibt keine eigenen Jets, sondern vermittelt die Angebote von Betreibern mit wenigen Flugzeugen. Während Netjets in Europa 150 eigene Privatflieger in der Flotte hat, vermittelt Victor 600 Jets von 110 Fluggesellschaften. „Wir konkurrieren um die gleichen Kunden und wir sind eine Alternative zu Netjets“, sagt Jackson. Es ist eine kleine Kampfansage. Immerhin steht hinter Netjets die Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway von Investmentguru Warren Buffett. Um im hart umkämpften Markt zu punkten, setzt Victor nicht auf ein Prepaid-System wie Netjets. Das Unternehmen verlangt noch nicht einmal eine Mitgliedsgebühr.

Bezahlt wird nur, was tatsächlich in Anspruch genommen wird. Auf der Internetseite flyvictor.com können die Nutzer Flugzeuge anmieten, ihr eigenes Flugzeug anbieten oder nach Mitfliegern suchen. Die Fluggesellschaften erstellen ein Angebot, aus denen der Nutzer wählen kann. Alles soll so transparent wie möglich sein: Flugzeugtyp, Fluggesellschaft und Preis kann der Nutzer direkt abfragen. Victor kassiert für die Vermittlung fünf Prozent Gebühren. So will Victor preislich eine Alternative für Passagiere sein, die normalerweise Businessclass fliegen würden.

Bisher werden Privatjets meist über Broker angemietet. Ein System, das viel zu intransparent sei, meint Jackson. Zum Beispiel würden nur wenige Broker offenlegen, wie viel sie tatsächlich für ein Flugzeug bezahlen und wie viel Gebühren sie aufschlagen. „Wir wollen das iTunes für Privatjets werden“, sagt Jackson.

Nach dem rasanten Wachstum will Jackson nun neue Märkte in Angriff nehmen. „Wir wollen strategisch weiter investieren, um im Markt Fuß zu fassen“, sagt er. In Moskau wurde bereits ein Büro eröffnet. Nun soll eines in München folgen.

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„Wer Linie fliegt, braucht deutlich länger“

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  • Ich persönlich bin ja der Meinung die meisten von den Dingern gehören dem Flying Doctor Service für die Heimreise von "Urlauber"n mit TROPENKOLLER.

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