Viele fürchten um ihre Existenz: Reisebüros boykottieren Lufthansa

Viele fürchten um ihre Existenz
Reisebüros boykottieren Lufthansa

Drei Tage lang wollen mehrere hundert deutsche Reisebüros keine Lufthansa-Tickets mehr verkaufen. Mit dem Boykott protestieren sie gegen den von Lufthansa geplanten Wegfall der Provisionen an Reisebüros.

HB FRANKFURT/M. Lufthansa zeigte sich zunächst gelassen, obwohl etliche Reisebüros die neue Verkaufslizenz nicht unterschrieben haben und jetzt eine Kündigung bekommen. Nach Ablauf der Erklärungsfrist am Wochenende lagen Lufthansa nach eigenen Angaben Neuverträge im Volumen von gut vier Fünftel des bisherigen Ticketumsatzes in Deutschland vor.

Bislang gut 80 Prozent des deutschen Flugumsatzes gesichert

Fast 700 von großen Konzernen und Ketten unabhängige Reisebüros hatten erklärt, die Unterschrift unter die neuen Verträge zu verweigern. „Es sind bisher gut 80 Prozent unseres bisherigen Ticketumsatzes gesichert“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Montagnachmittag. Sie betonte, dass alle großen Reisebüroketten die neuen Verträge unterzeichnet hätten. In den nächsten Tagen sei noch mit einigen weiteren fristgerecht unterzeichneten Verträgen zu rechnen.

Die Pläne sehen vor, vom 1. September an die bisherigen Provisionen zwischen fünf und neun Prozent des Ticketpreises einzubehalten. Die Reisebüros sollen stattdessen für Verkauf und Beratung ein Serviceentgelt auf den Preis aufschlagen. Lufthansa spart dadurch nach Branchenangaben mehr als 100 Millionen Euro.

„Ich bin nicht bereit, für die saftige Preiserhöhung der Lufthansa gerade zu stehen“, sagte der Inhaber eines Kölner Geschäftsreisebüros. „Einem Firmenkunden habe ich heute ein Lufthansa-Ticket verweigert und ihm das erklärt.“ Das Alternativ-Angebot sei für diesen Kunden leider nicht in Frage gekommen. „Ich kenne auch Reisebüros, die können sich einen Verzicht auf Lufthansa nicht leisten“, fügte er hinzu.

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