Vier Fillialen müssen schließen
Biokette Basic versucht Neustart

Basic schöpft neue Hoffnung: Im kommenden Jahr will der Pionier der Öko-Lebensmittelmärkte wieder eine schwarze Null schreiben. Vier Fillialen wird die Kette dichtmachen. Discounter werden als Wettbewerber im Bio-Segment immer mächtiger.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Wenige Monate nach der Beinahe-pleite schöpft die Biomarktkette Basic wieder Hoffnung. "Wir sind mit der Sanierung fast durch", sagte Interimschef Joachim Kreuzburg gestern in München. Wenn alles gut gehe, werde Basic im kommenden Jahr wieder "eine schwarze Null" schreiben. In diesem Jahr rechnet Kreuzburg bei einem Umsatz von 94 Mio Euro, den Verlust auf drei Mio. Euro begrenzen zu können.

Der Sanierungsexperte Kreuzburg hat Deutschlands zweitgrößte Biomarktkette Ende August übernommen. Am vergangenen Wochenende besuchte er vier Filialen, um Beschäftigte über Schließungen zu informieren. Karlsruhe, Hagen und Münster sowie einer von drei Standorte in Köln werden aufgegeben. "Die Standorte waren nicht mehr rentabel, man hätte das Geld auch zum Fenster herauswerfen können", sagte Kreuzburg. "Die Zeit der ungebremsten Expansion ist vorbei", lautet seine Botschaft. Dennoch sollen in München in den kommenden Monaten zwei neue Läden entstehen.

Basic gilt als Pionier der Öko-Lebensmittelmärkte. "Bio für alle" lautete das Geschäftskonzept, mit dem eine Handvoll Mitarbeiter vor zehn Jahren in München startete. 22 Filialen betreibt das Unternehmen in Deutschland, zwei in Österreich.

Doch das Unternehmen hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Als 2007 der Discountriese Lidl in das Unternehmen einstieg, hatten die beiden damaligen Partner große Pläne. Bis zu fünfzig neue Filialen sollten bundesweit entstehen. Der Lidl-Einstieg geriet zum Bumerang: Die Kunden boykottierten Basic, die Umsätze brachen ein. Flächenbereinigt gingen die Erlöse 2007 um vier Prozent zurück, zu Beginn des Jahres gar um sieben.

Nach einer Schlammschlacht im Vorstand und im Aufsichtsrat zogen sich die Gründer des Unternehmens aus dem operativen Geschäft zurück. Lidl verkaufte seinen Anteil. Seitdem hat die ASI-Gruppe aus Luzern mit 40 Prozent den größten Anteil. Die Schweizer holten den Mittelstandsexperten Kreuzburg. "Es war fünf vor zwölf, als ich hier anfing", sagt der branchenfremde Manager.

Denn zu den hausgemachten Problemen bei Basic kommt eine Branchenkrise. Zwar wachsen deutschlandweit noch immer die Umsätze im Handel mit Bio-Lebensmitteln. Getragen aber wird der Boom vornehmlich von Discountern wie Aldi ("Prima Bio"), Lidl ("Bioness") und Plus ("BioBio"). Am deutschen Gesamtumsatz im Biosegment von 5,4 Mrd. Euro schnitten sich die Billigheimer im vergangenen Jahr einen Anteil von 28 Prozent ab, wie die Kölner Unternehmensberatung BBE ermittelte. Naturkostfachgeschäfte, zu denen auch Basic zählt, mussten sich dagegen mit einem Marktanteil von 21 Prozent zufrieden geben.

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