Vierte Verhandlungsrunde
Verdi droht Lufthansa mit unbefristetem Streik

Nach zwei Warnstreiks, die Deutschlands größte Fluggesellschaft zu großen Teilen am Boden hielt, droht der Lufthansa weiteres Ungemach. Verdi will 33.000 Beschäftigt unbefristet am Boden halten.
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FrankfurtIm Tarifstreit mit der Lufthansa hat Verdi vor Beginn weiterer Verhandlungen mit einem unbefristeten Streik gedroht. Am 4. Juni treffe sich die Tarifkommission. „Dann könnte die Urabstimmung beschlossen werden und ein unbefristeter Streik folgen,“ sagte Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle der „Frankfurter Rundschau“ (Montag). „Die Streikbereitschaft ist sehr hoch und wir müssen hart bleiben.“ Vertreter der Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi treffen sich an diesem Montag in Frankfurt zur inzwischen vierten Verhandlungsrunde. Die Gespräche sind auf zwei Tage angelegt. Verdi zufolge sind weitere Ausstände vermeidbar, wenn die Lufthansa klare Angebote mache. „Lohn spielt eine Rolle, noch wichtiger ist die Beschäftigungssicherung,“ sagte Behle.

Mit einem unbefristeten Ausstand würde sich der Tarifkonflikt für rund 33.000 Beschäftigte des Bodenpersonals deutlich zuspitzen. Mit zwei Warnstreiks hatte Verdi Deutschlands größte Fluggesellschaft bereits größtenteils am Boden gehalten. Allein der zweite Ausstand am 22. April hatte dazu geführt, dass fast die gesamte Lufthansa-Flotte im Hangar blieb. Er kostete die Kranichlinie Analysten zufolge mehr als 15 Millionen Euro.

Die Positionen der beiden Kontrahenten liegen weit auseinander. Verdi fordert für die Beschäftigten sichere Jobs sowie 5,2 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Lufthansa bietet nach Gewerkschaftsangaben über den gleichen Zeitraum lediglich rund 0,5 Prozent mehr Gehalt und keinerlei Zusagen zur Beschäftigungssicherung. Der Konzern begründet seine Haltung damit, dass er sich einen hohen Lohnabschluss wegen der rapide gestiegenen Spritkosten und des harten Konkurrenzdrucks nicht leisten kann. Die Lufthansa verfolgt derzeit einen scharfen Sparkurs, dem weltweit 3500 Jobs zum Opfer fallen. Mit Hilfe des Umbaus will die Airline ihr operatives Ergebnis bis 2015 auf 2,3 Milliarden Euro erhöhen.

In dem Tarifclinch ist bereits ein weiterer Verhandlungstermin für den 2./3. Juni angesetzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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