Viren bei Fastfood-Kette Chipotle
Nachos mit Noro – extrascharf

Noro-Viren in den Tacos haben dutzende Kunden des Fastfood-Restaurants Chipotle befallen. Es ist bereits der zweite schwere Fall in wenigen Monaten. Die US-Kette reagiert prompt – mit einem überraschenden Manöver.

San Francisco„Was gerade passiert“: Die bunten Bilder saftiger Burritos und knackiger mexikanischer Salate sind auf der Website von Chipotle Mexican Grill einem nüchternen Hinweis gewichen: „Update zur Lebensmittel-Sicherheit“ steht da in großen Lettern. Zusätzliche Tests für Lebensmittel würden eingeführt, Mitarbeiter nachgeschult, externe Tester beauftragt. Denn zum wiederholten Mal waren gefährliche Krankheitserreger im Essen der US-Kette gefunden worden.

Am Donnerstag entschuldigte sich Mitgründer und CEO Steve Ells landesweit auf dem Fernsehsender NBC: „Es ist ein unglücklicher Zwischenfall, für den ich mich entschuldige. Aber unsere neu eingeführten Sicherheitsmaßnahmen liegen so weit über Branchenschnitt, dass wir der sicherste Platz sein werden, an dem man essen kann.“ Ein Milliardenkonzern kämpft bei seinen Kunden um seinen Ruf – und die Aktionäre bangen um ihren Einsatz.

Der schnelle Snack wurde rund 80 Studenten in Boston zum Verhängnis. Praktisch alle, das stellte sich im Zug von Ermittlungen heraus, hatten über das vergangene Wochenende in einem Schnellrestaurant des angesagten Nobel-Mexikaners und McDonald's-Konkurrenten Chipotle gegessen haben. Jetzt plagten sie Magenkrämpfe und Übelkeit. Ursache ist laut Lebensmittelaufsicht offenbar ein Ausbruch von Noroviren in dem Restaurant.

Doch das ist schon fast harmlos: Zwischen Oktober und Mitte November infizierten sich in elf Chipotle-Geschäften in insgesamt neun Bundesstaaten mindestens 37 Menschen an E.coli-Bakterien. Er kann im schlimmsten Falle zum Nierenversagen oder gerade bei Älteren oder Kindern sogar zum Tod führen.

Chipotle gehörte bis Jahresmitte zu den ganz großen Erfolgsgeschichten der Wall Street. 2006 zu 22 Dollar an die Börse gegangen, explodierte der Aktienkurs der Kette mit rund 1.700 Restaurants bis auf 758 Dollar im August 2015. Seitdem sorgten mehrere Lebensmittelskandale für einen Kurseinbruch um rund 28 Prozent auf zuletzt 558 Dollar oder insgesamt 17 Milliarden Dollar Börsenwert.

Am vergangenen Freitag machte eine Pflichtmitteilung an die Börse klar, wie ernst die Lage ist. Das typische Restaurant wird im Schnitt im laufenden Quartal zehn Prozent Umsatz verlieren, heißt es. Einzelne Geschäfte mussten Einbußen bis 22 Prozent hinnehmen. Der Gewinn im laufenden Quartal wird statt 4,06 Dollar pro Aktie, wie von Analysten erwartet, nur noch zwischen 2,45 und 2,85 Dollar betragen, so das Unternehmen am Mittwoch.

Noch ist nicht völlig klar, was die beiden Ausbrüche verursacht hat. Aber es könnte im schlimmsten Falle ein Versprechen sein, dass Chipotle bislang als großes Plus vor sich her trägt: Die Verwendung frischer und lokaler Zutaten. Nur eine Handvoll Zulieferer haben Gnade in den Augen des Unternehmens gefunden. Das könnte, vermuten Lebensmittelexperten, zu Schwächen bei den Kontrollen geführt haben und erhöht das „Klumpenrisiko“. Wenn bei einem Zulieferer ein Problem auftritt, sind überdurchschnittlich viele Geschäfte betroffen. Daneben werden einzelne Zutaten erst im Restaurant frisch zubereitet. Das erhöht das Risiko von individuellen Fehlern bei der Hygiene.

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Höhere Preise statt kleinerer Portionen

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