Volle Geschäfte
Weihnachtsgeschäft geht weiter

Das gute Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel geht auch nach den Feiertagen weiter. Traditionell werden am ersten Tag nach den Weihnachtsfeiertagen Gutscheine und Geldgeschenke eingelöst. Viele nutzen auch freie Tage um noch vor der Mehrwertsteuererhöhung größere Anschaffungen zu erledigen.

HB BERLIN/MÜNCHEN. In Berlin und Brandenburg sowie Hamburg sprachen die regionalen Verbände am Mittwoch von „einem der umsatzstärksten Tage des Jahres“. Auch aus anderen Großstädten wurden volle Geschäfte gemeldet. Viele Gutscheine und Geldgeschenke seien eingelöst worden, hieß es übereinstimmend in den Ländern. Dagegen wurden nach einem ersten Überblick relativ wenige Waren umgetauscht.

Die größten Umsätze im Jahr 2006 waren bislang am dritten Adventssamstag erzielt worden. Zahlen zum Weihnachtsgeschäft will der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Donnerstag veröffentlichen.

Der Hamburger Einzelhandelsverband berichtete, der Umtausch von Waren nehme ab, weil die Geschenke oft gemeinsam mit dem Beschenkten ausgewählt würden. Zudem würden unpassende Geschenke vermehrt über das Internet verkauft. „Das entlastet den Handel“, sagte Verbandssprecher Ulf Kalkmann. Viele Produkte, vor allem Kleidung, seien nach Weihnachten nochmals günstiger geworden.

Auch die bayerischen Einzelhändler hoffen bis Samstag noch auf einen starken Schlussspurt für das Jahr 2006. „Wir haben die besten Zutaten für ein gutes Geschäft: Zeit, Geld und gutes Wetter“, sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes, Bernd Ohlmann. Kleidung sei wegen des Winterwetters sehr gefragt.

Günter Päts vom Berliner Einzelhandelsverband berichtete, vor allem Jugendliche erhielten von ihren Großeltern immer häufiger Geld, weil diese nicht sicher seien, ob ihre Wahl auch den Beschenkten gefiele. Die jungen Leute investierten einen Großteil in Mode und Multimedia-Artikel. Außerdem seien zahlreiche Familien gemeinsam unterwegs, um größere Anschaffungen wie etwa eine neue Waschmaschine noch vor der Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn unter Dach und Fach zu bringen.

Für den Einzelhandelsverbands Nord-Ost zog Geschäftsführer Heinz Kopp eine ersten Bilanz des Weihnachtsgeschäfts in Mecklenburg-Vorpommern: Rund 182 Mill. Euro seien umgesetzt worden, etwa ein Prozent mehr als im Vorjahr. „Wir sind damit zufrieden, es hat keinen Umsatzabfall gegeben“, sagte Kopp.

Als Folge der Mehrwertsteuererhöhung am 1. Januar von 16 auf 19 Prozent rechnet der Einzelhandel mit mehr Pleiten im neuen Jahr. Er erwarte 2007 im Vergleich zu 2006 einen Anstieg um etwa 1000 auf mehr als 5000 Insolvenzen vor allem kleinerer und mittelgroßer Geschäfte, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Holger Wenzel im Deutschlandradio. Die Mehrwertsteuererhöhung werde zu je einem Drittel vom Verbraucher, den Lieferanten und den Einzelhändlern getragen. „Wenn Sie ganz geringe Margen haben, und das ist bei vielen Mittelständlern so, dann fällt das schon ganz gewaltig ins Gewicht“, erläuterte Wenzel. Die höhere Mehrwertsteuer sei ein „gewaltiger Dämpfer“.

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