Vom Rhein bis zum Jangtse: Der Markt für Hotelschiff-Touren erfreut Veranstalter und Reeder
Auf den großen Flüssen der Welt boomt das Kreuzfahrt-Geschäft

Sirenengeheul, Böllerschüsse und eine am Bug zerschellende Flasche Champagner: Mit einer zünftigen Schiffstaufe wurde letzte Woche am Rheinufer in Mainz die „Viking Sun“ in Dienst gestellt. Das mit 132 Metern vom Bug bis zum Heck längste europäische Flusskreuzfahrtschiff ist nur eines der schwimmenden Hotels, die dieser Tage ihre Premiere haben – auf dem Rhein wie auf der Donau, auf der Rhône und auf Chinas Jangtse.

MAINZ. Wie kein anderer Teilmarkt der Touristik boomt das Geschäft mit Flusskreuzfahrten mit zweistelligen Zuwachsraten: „Bei uns herrscht eitel Sonnenschein. Wir taufen ständig neue Schiffe, und wir wollen die hohen Steigerungsraten der letzten Jahre wieder deutlich übertreffen“, sagt Johannes Zurnieden, Geschäftsführer von Phoenix Reisen. Mit 48 Schiffen ist der Bonner Kreuzfahrtveranstalter einer der großen Anbieter und in allen bekannten Fluss-Kreuzfahrtrevieren der Welt unterwegs.

„Der Markt wächst prozentual noch stärker und schneller als der Hochsee-Kreuzfahrtmarkt“, beobachtet auch Horst Rahe. Der Chef der Deutschen Seereederei in Rostock, die unter dem Markennamen „A-Rosa“ neben Hotels Vier-Sterne-Flusskreuzfahrtschiffe betreibt, rechnet damit, dass sich die Zahl der Passagiere auf Flussreisen in den nächsten Jahren verdoppeln wird.

Die Demographie ist einer der treibenden Faktoren“, erklärt Torstein Hagen, Gründer und Vorstandschef der norwegisch-schweizerischen Viking River Cruises den Zusammenhang: Dieses touristische Segment richtet sich an eine Zielgruppe, die in den kommenden Jahren größer wird: Die Betreffenden sind mindestens 55 Jahre alt, viel gereist, kulturell interessiert, anspruchsvoll – und sie können es sich leisten, bis zu 250 Euro pro Person und Reisetag auszugeben.

Eine aktuelle Marktstudie des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes (DRV) untermauert den Optimismus der Branche, die sich aus Reiseveranstaltern, Reedern und Charterfirmen zusammensetzt. Danach waren auf deutschen Wasserstraßen im vergangenen Jahr 130 Schiffe mit 18 000 Betten unterwegs – ein Volumen, das um 13 Prozent höher lag als 2003. Der Neun-Jahres-Vergleich des DRV zeigt, dass der Markt unbeeindruckt von Terror, Irak-Krieg und Krisen ständig wächst.

Da wird es dann manchmal schon eng, beobachtet John Will von Transocean Reisen. Etwa auf der Donau, wo über hundert Schiffe fahren: Es komme dann immer wieder vor, „dass die Kapitäne sich Wettrennen um die schnellste Einfahrt in die Schleuse leisten, um den Fahrplan einhalten zu können“.

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