Von der Straße in die Geschäfte
Ferguson und der Black-Friday-Boykott

Kein Respekt – Keine Gewinne. Nach diesem Motto wollen Demonstranten die Kaufkraft der farbigen US-Bürger gegen Corporate Amerika einsetzen. Ein waghalsiger Versuch.
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Oakland/San FranciscoGeschlossene Einkaufstempel, stillgelegte U-Bahnen, blockierte Highways, “Die-ins” in der Mall. Der wichtigste Tag des US-Einzelhandels geriet im Schatten ob Ferguson zum landesweiten Protest. „Kein Respekt – kein Profit“ skandierten die Unterstützer der friedlichen Massenproteste am Black Friday. Corporate Amerika wird an seiner empfindlichsten Stelle getroffen: der Brieftasche.

In einem nicht enden wollenden Strom spuckt die U- und S-Bahn BART an der Powell Street üblicherweise am „schwarzen Freitag“, dem „Black Friday“, einkaufswütige Konsumenten aus. Sie kommen aus Berkely, Oakland, Richmond oder Fremont in das Herz San Franciscos, und die Massen wälzen sich dann in die große Westfield Mall an der Market Street oder Macy’s, GAP, Sears oder Nike am Union Square, wo sie ihre Brieftaschen leeren. Doch diesmal war alles anders. Ratlose Fahrgäste standen umher, keine Züge trafen mehr ein oder fuhren ab in Richtung East Bay. Demonstranten hatten am Morgen die strategisch wichtige Station West Oakland stillgelegt. Es ging nicht mehr. Die Wiederaufnahme des Linienverkehrs war erst gegen 14.30 Uhr geschafft. Doch da war schon viel Geschäft verloren.

Es war eine Aktion der Bewegungen #BlackOutBlackFriday oder #notasingledime. Sie sehen sich als friedliche Fortsetzung der Proteste gegen den Freispruch dritter Klasse für einen weißen Polizisten, der einen unbewaffneten farbigen Teenager in Ferguson, Missouri, erschossen hatte. Gegen den Todesschützen wird keine Anklage erhoben, hat eine Jury am Montag entschieden. Seitdem prägen landesweite Proteste das Land, teils gewalttätig.

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