Von Konsumflaute unberührt
Ticketvermarkter CTS Eventim verdient erneut mehr

Der Münchener Ticketvermarkter und Konzertveranstalter CTS Eventim hat im ersten Halbjahr 2004 wegen einer geringeren Zahl von Großveranstaltungen mit Topstars weniger umgesetzt. Die Firma konnte aber dank einer höheren Auslastung ihrer Veranstaltungen sowie verbesserter Vertragskonditionen ihre Gewinnmargen steigern und verdiente damit erneut mehr.

HB MÜNCHEN. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagte CTS-Finanzchef Volker Bischoff am Mittwoch im Gespräch mit Reuters. Die gedämpfte Konsumlaune der Verbraucher bekomme CTS kaum zu spüren: Die Menschen sparten womöglich bei Reisen und ähnlichem, nicht aber am Besuch von Veranstaltungen und Konzerten. „Wir sind eigentlich konjunkturunabhängig.“

Einen Ausblick für das Gesamtjahr wollte Bischoff aber nicht geben und warnte wegen der saisonalen Schwankungen des Geschäfts davor, die Zahlen der ersten sechs Monate zu verdoppeln. Die Münchener haben bereits zur Jahresmitte rund 90 % des operativen Gewinns 2003 erwirtschaftet. CTS hatte erst am Montag den Auftrag für den Verkauf der Eintrittskarten für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland an Land gezogen.

Der Vertragswert wurde auf rund 30 Mill.€ beziffert. Die seit Frühjahr im Kleinwertesegment SDax der Börse notierte CTS-Aktie gewann zunächst 1,6 % auf 13,00 €.

Von Januar bis Juni verbuchte CTS einen Anstieg beim Konzernüberschuss um 62 % auf 5,3 Mill.€. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg der Gewinn auf 13,7 (Vorjahr 11,9) Mill.€. Der Umsatz sei hingegen wie erwartet um rund elf Prozent auf 121,8 Mill. € gesunken. Bischoff begründete den Gewinnanstieg damit, dass das zweite Vergleichsquartal 2003 durch Großveranstaltungen wie Konzerte von Bon Jovi, Phil Collins oder den Rolling Stones geprägt gewesen sei, die zum Teil eher geringere Gewinnmargen gebracht hätten. Hinzu komme, dass sich der renditestarke Ticketverkauf - insbesondere über das Internet - in diesem Jahr äußerst positiv entwickle. Die Sparte Ticketing verdreifachte im Halbjahr das Ebit auf drei Millionen Euro. Online wurden über 900 000 Eintrittskarten, etwa 300 000 mehr als im Vorjahr, abgesetzt.

Neben dem Ticketing tritt CTS über die Firmentöchter Marek Lieberberg, Semmel Concerts, Scorpio oder Peter Rieger als Konzertveranstalter auf. In dem Bereich Live-Entertainment ging der operative Gewinn im Halbjahr mit 10,7 (Vorjahr 11,0) Mill. € wegen der geringeren Zahl von Großkonzerten allerdings leicht zurück. Bischoff bekräftigte die Absicht, in- und außerhalb Deutschlands expandieren zu wollen. Derzeit würden in mehreren Märkten Gespräche geführt, die zum Teil auch Zukäufe umfassten. Der Finanzchef nannte als Beispiele Italien, Schweiz, Skandinavien oder Osteuropa. „Wir wollen aber nicht auf Teufel komm' raus Wachstum generieren“, sagte Bischoff.

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