Vor der Insolvenz
Schlecker hat Grundstück-Schenkung früh offengelegt

Die Insolvenzverwaltung hat den Wirbel um übertragene Schlecker-Grundstücke an Familienmitglieder relativiert. Diese wurden von Anfang an offengelegt, könnten zurückgeholt werden und in die Insolvenzmasse einfließen.
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Ehingen/BerlinDie Familie Schlecker ist nach Angaben der Insolvenzverwaltung der Drogeriekette offen mit der Übertragung von zwei Grundstücken an die Kinder umgegangen. „Die Firmenzentrale in der Talstraße 12 war und ist Bestandteil der Insolvenzmasse und auch die Übertragung der Flächen in der Talstraße 7 wurde von der Familie von Anfang an offengelegt“, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung am Mittwoch.

Die Übertragungen am Stammsitz Schleckers im baden-württembergischen Ehingen würden derzeit geprüft, hieß es weiter. Aufgrund der Insolvenz beanstandbare Schenkungen und Übertragungen können zurückgeholt werden und würden dann in die Insolvenzmasse einfließen. Das könnte auch die Familien-Villa betreffen. „Alles wird überprüft, definitiv“, sagte der Sprecher.

Wie dpa aus Unternehmenskreisen erfuhr, hatte Anton Schlecker sein Privathaus mit einem Wert von rund zwei Millionen Euro an seine Ehefrau übertragen. Ebenso habe er ein Grundstück in der Talstraße 7 in Ehingen an seinen Sohn Lars Schlecker übertragen. Den Kreisen zufolge handelt es sich dabei aber um einen Tennisplatz mit geringerem Wert und nicht um ein Firmengrundstück.

Die „Bild“-Zeitung berichtete am Mittwoch unter anderem, dass nur wenige Monate vor der Insolvenz Lars Schlecker als Eigentümer eines 7000 Quadratmeter großen Firmengrundstücks in der Talstraße 7 ins Grundbuch eingetragen worden war. Die andere Hälfte hätte zuvor seine Schwester Meike erhalten, wobei der Vertrag aus dem Jahr 2008 stamme. 2009 habe Anton Schlecker das Familienanwesen seiner Frau Christa überschrieben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Vor der Insolvenz: Schlecker hat Grundstück-Schenkung früh offengelegt"

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  • Da muss man der Bildzeitung wirklich dankbar sein, dass sie solche Dinge aufdeckt und dadurch Reaktionen erzwingt. Eigentlich sollte der Insolvenzverwalter auch ohne Bildzeitung taetig werden ;-)

  • Vater Staat ist nicht so blöd wie es manche gerne hätten oder denken und das ist auch gut so.

  • Ja, so macht man das. Die Verluste werden sozialisiert und das Vermögen in Sicherheit gebracht.Der feine Herr landet hoffentlich hinter Gittern und das gerettete Vermögen geht an die Gläubiger.

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