Vor Entscheidung
Alitalia-Interessenten machen große Versprechungen

Die Übernahmeinteressenten für die hoch verschuldete Fluggesellschaft Alitalia haben unmittelbar vor der erwarteten Entscheidung mit Finanzspritzen und neuen Flugzeugen um den Zuschlag geworben.

HB ROM/PARIS. Die kleine italienische Gesellschaft Air One bestätigte am Montag ihr Gebot von gerade einmal einem Cent je Aktie. Gerüchte, die große Konkurrentin Air France -KLM, biete ihrerseits nicht mehr als 0,35 Cent je Anteilsschein und damit nicht einmal die Hälfte des aktuellen Kurses, drückten den Marktwert des ehemaligen italienischen Flaggschiffs zeitweise auf unter eine Milliarde Euro. Die Alitalia -Aktie notierte am Montag kurz vor Börsenschluss bei 0,72 Euro und damit rund 4,8 Prozent tiefer.

Ein Preis von 0,01 Euro je Aktie erlaube es, "all unsere Ressourcen in die Sanierung des Unternehmens zu stecken", teilte die Muttergesellschaft von Air One, die AP Holding, mit. Das Unternehmen will durch eine Kapitalerhöhung eine Milliarde Euro in die Fluggesellschaft pumpen.

Finanzielle Einzelheiten sind jedoch zweitrangig bei der Entscheidung, die von streitbaren Gewerkschaften und regionalen Interessensverbänden kritisch beobachtet wird. Unter anderem kämpft Mailand darum, seine Rolle als Drehkreuz nicht zu verlieren, wenn Alitalia in neue Hände geht. Air One ist auf der Geschäftsstrecke Mailand-Rom und damit auf der attraktivsten Alitalia -Verbindung die einzige Konkurrentin der Tradidtions-Fluggesellschaft.

Die italienische Regierung bewertete beide Angebote als interessant. Sie müssten aber vertieft geprüft werden, sagte Verkehrsminister Alessandro Bianchi vor der auf Dienstag verschobenen Entscheidung. Italien hält 49,9 Prozent an der Gesellschaft, die 1,2 Mrd. Euro Schulden aufgehäuft hat und monatelang keinen ernsthaften Interessenten fand. Air-One -Partner Lufthansa hat auf ein Gebot verzichtet und interessiert sich stattdessen für die spanische Iberia.

Air France -KLM plant mindestens 750 Mill. Euro in bar bereitzustellen. Kreisen zufolge liegt die Offerte bei rund 485 Mill. Euro. In seinem nicht bindenden Angebot versprach der französisch-niederländische Konzern Alitalias gesamte McDonnell-Douglas -Flotte für die Kurz- und Mittelstrecke sowie die Langstreckenflugzeuge des Typs Boeing 767 zu erneuern. Air One will im Falle einer Übernahme 130 Airbus -Maschinen kaufen.

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