Vor Fusionsgesprächen
Quartalszahlen stärken Marktforscher GfK

Der Marktforscher GfK geht gestärkt in die Fusionsgespräche mit dem britischen Rivalen Taylor Nelson Sofres (TNS). Der Vorstand begründete den Gewinnanstieg am Donnerstag vor allem mit operativen Verbesserungen und einer geringeren Steuerquote.

HB MÜNCHEN. Der Überschuss des Nürnberger Konzerns stieg im ersten Quartal um gut ein Fünftel auf 12,5 Mill. Euro. Der Umsatz der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) legte um 2,6 Prozent auf 268 Mill. Euro zu, ohne Sondereffekte sogar um fünf Prozent. Im Gesamtjahr sollen die Erlöse aus eigener Kraft mindestens 5,5 Prozent zulegen. Damit wollen die Nürnberger schneller als der Gesamtmarkt wachsen. Ende April waren bereits 62 Prozent der für 2008 erwarteten Umsätze verbucht oder lagen als Aufträge vor.

Die Verhandlungen mit TNS dauern an: "Es besteht keine Gewissheit, ob und zu welchen Bedingungen eine Transaktion letztendlich stattfinden wird", hieß es im Geschäftsbericht zu den ersten drei Monaten. Die Prognosen zu den Sparten und den erwarteten Margen bekräftigte die GfK vor dem Hintergrund der Verhandlungen nicht mehr.

GfK und TNS wären zusammen hinter US-Marktführer Nielsen die neue Nummer zwei der Branche. Das Vorhaben wird allerdings vom britischen Marketing-Konzern WPP torpediert. Dieser hatte TNS zuletzt eine aufgestockte Offerte über gut 1,2 Mrd. Euro unterbreitet. TNS schmetterte aber auch dieses Angebot ab und will weiter mit der GfK zusammengehen. Die "Financial Times Deutschland" berichtete unter Berufung auf Branchenkenner, dass sich die Chancen von WPP verbessert hätten, letztlich zum Zug zu kommen. Der Konzern habe finanziell den längeren Atem und dürfte bald mit einer dritten Offerte aufwarten.

Die GfK, die 9 300 Beschäftigte hat, ist bekannt für die Fernseh-Einschaltquoten in Deutschland, die sie ermittelt, und für den Konsumklima-Index, der die Stimmung der Verbraucher abbildet. Finanziell wichtiger sind aber Marktforschungsdaten für Unternehmen. TNS liefert Daten und Studien an politische Organisationen, Medien, Einzelhändler, IT-Konzerne, Autobauer, Pharmaunternehmen und die Finanzbranche.

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