Vor Sitzung des Verkehrsausschusses
„Mehdorn schadet dem Image der Bahn“

Kommt der Bahn-Chef oder kommt er nicht – der Mann, der nie Diplomat werden wollte, sorgte schon vor der Sitzung des Verkehrsausschusses des Bundestags an diesem Mittwoch für Streit. Hartmut Mehdorn wird nach etlichen Pannen und Provokationen auch die Datenaffäre überstehen, so die Einschätzung des Bahn-Experten und Buchautors Markus Wacket. Bis zum Ende seines Vertrags werde er aber nicht im Konzern bleiben.

Handelsblatt.com: Herr Wacket, rechnen Sie bei der Sitzung des Bundestagsverkehrsausschusses mit neuen Erkenntnissen zur Datenaffäre bei der Bahn?

Markus Wacket: Die Politik der Bahn ist, dem Ausschuss gegenüber nichts Neues einzuräumen. Herr Mehdorns Verhältnis zu dem Ausschuss war immer sehr gespannt. Allerdings ist er ein Freund klarer Worte und bisher sehr offensiv mit den Vorwürfen umgegangen. Deshalb weiß man nie.

Was ist Ihre Prognose: Hält sich Mehdorn auch diesmal im Sattel?

Ob er im Sattel gehalten wird, hängt vom Kanzleramt ab und vielleicht noch von der SPD-Spitze. Der Ausschuss und die Meinung der Öffentlichkeit sind dafür weniger wichtig. Die Kanzlerin will vor der Bundestagswahl keinen Wechsel mehr an der Bahn-Spitze. Mehdorn spielt auf Zeit. Derzeit lässt er etliche Fragen im Sande verlaufen, viele davon werden vielleicht nie beantwortet. Wenn ihn jedoch noch etwas Substanzielles belasten sollte, wird die Kanzlerin das nicht mehr mittragen wollen.

Die Kritik am Bahn-Chef ist umfangreich: geplatzter Börsengang, Niederlage im Lokführer-Streik, Scheitern des neuen Preissystems. Wie schafft Hartmut Mehdorn es immer wieder, im Amt zu bleiben?

Er wirkt nach außen sehr konsequent. Wenn er sich aber nicht durchsetzen kann, knickt er oft doch in letzter Sekunde ein und zeigt dann eine erstaunliche Beweglichkeit. Auch in der Datenaffäre hat er sich per Brief bei den Mitarbeitern entschuldigt, obwohl er das anfangs nicht für nötig hielt.

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